sprachauswahl

23.04.2017

Präsidentschaftswahl in Frankreich

Eine Entscheidungswahl für Frankreich und Europa?! Welchen Einfluss entfaltet die Präsidentschaftswahl in Frankreich auf die Bundestagswahl in Deutschland?

Ereignisse

Am Sonntag, den 23. April 2017 wurden in Frankreich im ersten Wahlgang die beiden Kandidaten für die Stichwahl zum elften französischen Staatspräsidenten am 7. Mai 2017 gewählt. Die Umfragen zum ersten Wahlgang prognostizierten Marine Le Pen vom "Front national" und Emmanuel Macron von der von ihm gegründeten Partei "En Marche!" als wahrscheinlichste Kandidaten für den Einzug in die Stichwahl. Doch auch Francois Fillon von "Les Republicains" und Jean-Luc Melenchon vom links-kommunistischen Bündnis "La France insoumise" wurden Chancen zugestanden.

Der im Vorfeld beschriebene Vierkampf wurde bestätigt. Macron konnte mit annähernd 24% der Wählerstimmen die Mehrheit auf sich vereinen. Marine Le Pen zieht mit fast 22% der Stimmen ebenso in die Stichwahl ein. Fillon und Melenchon konnten jeweils annähernd ein Fünftel der Stimmen auf sich vereinen und liegen somit nur knapp hinter den beiden Gewinnern. Die restlichen Kandidaten waren deutlich abgeschlagen. Beispielsweise der Kandidat der sozialistischen Partei des amtierenden Präsidenten Hollande, Benoit Hamon.

Die Warteschlangen vor den Wahllokalen deuteten bereits eine hohe Wahlbeteiligung an. Diese lag am Ende annähernd bei 80% und damit ähnlich hoch wie bei der letzten Präsidentschaftswahl im Jahr 2012.

Kommentar

Eine Entscheidungswahl ist erwartet worden und steht nun am 7. Mai bevor. Die Franzosen müssen sich zwischen dem als parteilos geltenden Emmanuel Macron und Marine Le Pen vom Front National entscheiden. Die Sozialisten wie auch die Republikaner, die bisher die wichtigsten und größten Parteien in Frankreich waren, schafften es nicht in die Stichwahl. Die Franzosen stimmten eindeutig für einen politischen Wechsel.

Mit Macron und Le Pen stehen ein pro- und ein antieuropäischer Weg zur Wahl. Macron spricht sich für Europa und die EU aus. Marine Le Pen eindeutig gegen das europäische Projekt. Aus dem Lager des Front National wurde die Stichwahl am 7. Mai deswegen zur Abstimmung über die Globalisierung erklärt. Kurz nach dem Schließen der Wahllokale folgten viele Unterstützungsaufrufe, über die verschiedenen politischen Parteien hinweg, für Macron und damit für eine proeuropäische Politik.

Zudem thematisiert das Wahlergebnis die Weltoffenheit und Reformbedürftigkeit Frankreichs. Marine Le Pen sieht Probleme außerhalb Frankreichs und bei der Zuwanderung. Sie propagiert die einfache Lösung und lässt kein Klischee und Vorurteil ungenutzt. Macron hingegen plant umfassende Reformen in Frankreich. Eine Wahl zwischen sozialliberal oder rechtsnational.

Die Wahlbeteiligung lag bei Werten um die 80%. Es zeigt sich, dass sich die Wähler in einem politisch aufgeheizten Klima wiederholt mit ihrer Stimme beteiligten. Am 7. Mai wird diese Beteiligung erneut gefragt sein, wenn Frankreich über seine Zukunft abstimmt.

Die Wahl in Frankreich ist auch für Deutschland von besonderem Interesse, denn die wichtige deutsch-französische Zusammenarbeit ist grundlegend für Europa. Ein Abschied Frankreichs aus der EU würde die Ausgangslage bei der Bundestagswahl stark beeinflussen und den antieuropäischen Stimmen in der Bundesrepublik neuen Aufwind bescheren. Prozentual stimmten die Franzosen beim ersten Wahlgang proeuropäisch und für Reformvorschläge. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass damit am 7. Mai ein wichtiger Schritt für die Zukunft Europas unternommen wird.

Profitieren auch Sie,
werden Sie DMB-Mitglied!

DMB Verbands-Hotline:
Tel. +49 (0)211 200 525 -0

Gerne beantworten wir Ihre Fragen und stehen mit Rat und Tat zur Seite.
Mitgliederservice

MittelstandsLounge Termine

Die MittelstandsLounge des DMB ist zu Gast auf ausgewählten Veranstaltungen, vielleicht auch in Ihrer Region.
Terminübersicht

Der DMB informiert