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03.07.2017

dpn:
Drei Fragen an vier Experten

Nun ist sie praktisch unter Dach und Fach - die lang diskutierte bAV-Reform. Vier Verbände und Politiker, die für den Mittelstand stehen, bilanzieren und prognostizieren.

1. Mit nur wenigen Änderungen ist der Regierungsentwurf zum Betriebsrentenstärkungsgesetz durch den Bundestag gegangen. Wie ist Ihr grundsätzliches Fazit?

Marc S. Tenbieg: Es tut sich was im Schneckentempo. Das Hauptproblem bleibt das gesetzliche Rentensystem, in das viel Geld gesteckt wird und weiterhin die Zwangsvorsorge fürs Alter ist. Wir begrüßen das Interesse des Gesetzgebers private und betriebliche Altersvorsorge zu fördern, um die Gefahr einer Altersarmut abzufedern. Der große grundlegende „Vorsorge-Coup“ ist das neue Gesetz aber nicht.

2. Ganz kurz: Was ist Licht, was ist Schatten bei der Reform?

Marc S. Tenbieg: Gut ist, dass der Gesetzgeber nach langer Zeit erkannt hat, dass die bAV kein Selbstläufer ist, schon gar nicht bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. Ein paar Risiken für Unternehmen wurden abgebaut und Beschäftigte können mehr Geld in die Entgeltumwandlung geben. Dieses Geld muss aber erst verdient werden. Für kleine Unternehmen bleibt es weiterhin komplex in der Umsetzung.

3. Mehr bAV-Verbreitung bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen. Wird die Reform dieses Ziel erreichen?

Marc S. Tenbieg: Das Thema der bAV ist bei der Mehrheit der KMU (bis zu 250 Mitarbeiter) und insbesondere bei den kleinen Unternehmen (weniger als 10 Beschäftigte) immer noch nicht angekommen. Dies liegt an dem schlechten Ruf der bAV und an dem mangelnden Interesse nicht tarifgebundener Unternehmen. Ohne leicht verständliche Vorsorgemodelle und eine gute Überzeugungsarbeit insbesondere der bAV-Anbieter wird das nichts.

Quelle: Drei Fragen an vier Experten, dpn - Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten, Ausgabe Juni/Juli 2017, S. 66-67

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