11.05.2026
Vor Koalitionsgipfel: Mittelstand fordert Reform der Einkommensteuer
Vor dem morgigen Koalitionsausschuss drängt der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) auf eine Einkommensteuerreform, um den Mittelstand in der Breite zu entlasten. Notwendig ist ein späterer Einstieg in den Spitzensteuersatz und ein angepasster Tarifverlauf.
Marc S. Tenbieg, geschäftsführender Vorstand des DMB, betont: „Kleine und mittlere Unternehmen müssen durch eine Steuerreform entlastet werden. Wenn beispielsweise ein Handwerksunternehmen in seiner Region investiert, ausbildet und Arbeitsplätze sichert, darf es nicht noch zusätzlich belastet werden.
Wir fordern deshalb, den Schwellenwert des Spitzensteuersatzes anzuheben und den Tarif darunter entsprechend anzupassen. Die Debatte zur Einkommensteuerreform erfolgt in einer ökonomisch angespannten Lage. Umso wichtiger sind Impulse, die Investitionen erleichtern, Beschäftigung sichern und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts stärken.
Die Koalition muss jetzt zusammenrücken, ein Scheitern wäre fatal. Der Mittelstand braucht mutige und nachhaltige Reformen statt symbolische Maßnahmen ohne wirtschaftliche Wirkung.“
Automatische Inflationsanpassung notwendig
Aus Sicht des DMB muss der Schwellenwert des Spitzensteuersatzes deutlich angehoben werden. Dieser greift aktuell bereits bei rund 70.000 Euro zu versteuerndem Einkommen und setzt damit zu früh an. Eine Steuerreform sollte zudem eine automatische Inflationsanpassung des Schwellenwertes vorsehen, um Belastungen für die Zukunft zu mindern.
Kleine und mittlere Unternehmen werden als Personengesellschaften oder Einzelunternehmen über die Einkommensteuer besteuert. Ihre Gewinne werden unmittelbar den Inhabern zugerechnet und unterliegen damit direkt dem progressiven Einkommensteuertarif. Deshalb wirkt sich jede Veränderung im Einkommensteuertarif auch unmittelbar auf betriebliche Einkommen aus.


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