12.08.2022Hintergrund

Mittelstand in Zahlen: Ältere Beschäftigte

Der Mittelstand ist der Wirtschaftsmotor Deutschlands. Doch wie ist dieser aufgestellt? Was steckt dahinter? Was bewegt KMU? Der DMB stellt mit "Mittelstand in Zahlen" regelmäßig interessante Fakten und Studienergebnisse vor.

Der demographische Wandel in Deutschland verschärft die angesichts des Fachkräftemangels in vielen Branchen bereits heute angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt mehr und mehr und stellt die deutsche Wirtschaft vor immer größere Herausforderungen. Auch der Mittelstand bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont. Bis 2036 werden 12,9 Millionen Erwerbspersonen in Deutschland das Renteneintrittsalter überschreiten. Dies geht aus den Ergebnissen des vom Statistischen Bundesamt durchgeführten Mikrozensus 2021 hervor. Die genannte Gruppe macht aktuell circa 30 Prozent der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Erwerbspersonen aus.

Die jüngeren Altersgruppen werden die wegfallende Arbeitskraft zahlenmäßig nicht auffangen können. Die Kohorte der 50- bis 59- Jährigen ist mit einer Erwerbsbeteiligung von 86 Prozent, was 11,3 Millionen Erwerbsperson entspricht, essenziell für den Arbeitsmarkt, wird diesen aber in den kommenden Jahren verlassen. Die Altersgruppe zwischen 40 und 49 Jahren, welche mit 89% die höchste Erwerbsquote verzeichnet, umfasst nur 8,9 Millionen Erwerbsbeteiligte.

Auch die jüngeren Generationen kommen nicht an die Zahl der Babyboomer-Generation heran. Selbst wenn alle der heute 19- bis 29-Jährigen nach Ende ihres Bildungswegs auf dem Arbeitsmarkt einsetzbar wären, würden sie nur 8,4 Millionen Arbeitskräfte zählen.

Die Zahl 12,9 Millionen Erwerbstätiger in den geburtenstarken Jahrgängen verdeutlicht, welch großes Potential darin liegt, Arbeits- und Fachkräfte auch nach Erreichen des Rentenalters weiterzubeschäftigen, wenn sie dies können und wollen. Dies erfordert gezielte Anreize und Erleichterungen sowie Fort- und Weiterbildungsangebote.

Die Mikrozensus 2021 Erhebung zeigt aber auch, dass die Erwerbsbeteiligung der Frauen heute in jeder Altersgruppe immer noch unter der der Männer liegt. In der Kohorte der 30- bis 39-Jährigen lag die Erwerbsquote der Frauen um rund 11 Prozent unter der der Männer. Es könnte somit zur Verbesserung der Arbeitsmarktsituation kommen, wenn die Arbeitsmarktpartizipation der Frauen stärker ausgeschöpft wird. Dies kann vor allem durch Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie gelingen, wie zum Beispiel flexible Arbeitszeitmodelle und Angebote zur Kinderbetreuung. Durch solche Maßnahmen können auch KMU ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen und sich einen Vorteil im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter verschaffen. Neben der weiteren Ausschöpfung des inländischen Potentials an Arbeitskräften wird auch die Zuwanderung von Fachkräften von hoher Bedeutung sein, um die Stabilität des Arbeitsmarktes zu sichern.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Mehr zu diesen Themen