23.04.2020Praxistipp

Corona Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Selbstständige in Bremen

Die Bundesregierung hat 50 Milliarden Euro Soforthilfen für Kleinstunternehmen und Solo-Selbständige beschlossen. Das Land Bremen stellt zusätzlich ein eigenes Soforthilfeprogramm bereit. Die Hilfen werden in Form eines einmaligen Zuschusses bereitgestellt und müssen nicht, wie ein Kredit zurückgezahlt werden.

In Kürze

 
  • Soforthilfen des Bundes und des Landes Bremen sind ab sofort verfügbar
  • Höhe der Soforthilfen ist abhängig von dem Liquiditätsengpass
  • Antragberechtigt sind Kleinstunternehmen und Solo-Selbständige
 

Was muss beachtet werden?

Die Hilfen richten sich in erster Linie an Unternehmen und Gewerbetreibende, die durch die Corona-Pandemie in eine existenzbedrohende Situation geraten sind.

Antragberechtigt sind:

Bundesprogramm Soforthilfe Corona

  • Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten und weniger als 2 Millionen Jahresumsatz
  • freiberuflich Tätige
  • Soloselbständige
  • den Sitz oder die Betriebsstätte im Land Bremen haben
  • Nicht bereits am 31.12.2019 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren
  • die Soforthilfe orientiert sich an einem glaubhaft versicherten Liquiditätsengpass für die auf die Antrag-stellung folgenden drei Monate

 

Corona-Soforthilfe des Landes Bremen

  • mehr als 10 Beschäftigte und weniger als 50
  • den Sitz oder die Betriebsstätte im Land Bremen haben
  • Nicht bereits am 31.12.2019 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren
  • bis zu 10 Millionen Jahresumsatz bzw. Jahresbilanzsumme
  • die Soforthilfe orientiert sich an einem glaubhaft versicherten Liquiditätsengpass für die auf die Antrag-stellung folgenden drei Monate

 

Wie hoch ist die Förderung?

Die Höhe der Förderung richtet sich nach dem jeweiligen Liquiditätsengpass. Dieser berechnet sich für beide Programme wie folgt: Laufende Einnahmen(geschätzt) der nächsten 3 Monate -/- laufender Sach- und Finanzaufwand der nächsten 3 Monate = Liquiditätsengpass

Bundesprogramm Soforthilfe Corona

  • max. 9.000 Euro für Antragsteller mit bis zu 5 Beschäftigten
  • max. 15.000 Euro für Antragsteller mit bis zu 10 Beschäftigten

Corona-Soforthilfe des Landes Bremen

  • bis zu 20.000 Euro

Die Anzahl der Beschäftigten muss in Vollzeitäquivalenten angegeben werden. Teilzeitkräfte sind entsprechend umzurechnen. Des Weiteren müssen geringfügig Beschäftigte ebenso berücksichtigt werden, wie Eigentümer und Teilhaber. Auszubildende müssen nicht mitgezählt werden und Saisonkräfte nur anteilig (Beispiel: eine Saisonarbeitskraft arbeitet 3 Monate im Jahr Vollzeit= 0,25 Vollzeitäquivalente).

 

Wie erfolgt eine Antragsstellung?

Die Antragsformulare der Bundes- als auch der Landeshilfe findet sich hier, ebenso, wie eine detaillierte Anleitung zur Antragsstellung.

 

Diese Informationen werden benötigt

  • Steueridentifikationsnummer gemäß § 139 AO (Personen) bzw. Wirtschafts-ID/ Ertragsnummer (Unternehmen)
  • Kopie des Personalausweises (Vor- und Rückseite) oder Reisepasses. Falls Kopie des Reisepasses beigefügt wird: Aktuelle Meldebescheinigung, nicht älter als 2 Wochen (ggf. nachzureichen)
  • Nachweis über den Betrieb eines Gewerbes (z. B Jahresabschluss, betriebswirtschaftliche Auswertung, Einnahme-Überschuss-Rechnung u. ä.)
  • Bescheinigungen über bisher erhaltene de-minimis Beihilfen, soweit zutreffend

 

Muss der Zuschuss versteuert werden?

Der Zuschuss gilt als Betriebseinnahme und muss als solche versteuert werden. Der Betrag muss in der Steuererklärung für das Jahr 2020 erfasst werden. Sollte die Gewinnrechnung des Unternehmens positiv ausfallen, muss auf den Gewinn der individuelle Steuersatz angerechnet werden.

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