24.09.2026

Arbeit & Bildung

„Die Zukunft wird nicht rekrutiert, sie wird entwickelt“ – Praxis-Check mit DMB-Mitglied Michael Limmer

Michael Limmer, Geschäftsführer Limmer + Söllner GmbH

Im “Praxis-Check” beschreibt DMB-Mitglied Michael Limmer, wie sein Betrieb dem Fachkräftemangel im Handwerk begegnet und warum der Mittelstand bei der Berufsorientierung selbst vorangehen muss.

Über das Unternehmen:

  • Limmer + Söllner GmbH
  • Standort: Altenkunststadt (Oberfranken, Bayern)
  • Team: rund 50 Mitarbeitende
  • Branche: Haus- und Gebäudetechnik
  • Was die Limmer + Söllner GmbH macht: Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb (Förderpreis „Ausbildungslöwe“) für Anlagenmechaniker SHK, Technische Systemplaner, Kaufleute für Büromanagement und Fachlageristen.

Früher ansetzen als andere: Berufsorientierung in den Schulen

Wir stehen im Mittelstand, gerade im Handwerk, vor einer großen Herausforderung: Wie schaffen wir es, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und vor allem auch zu entwickeln? Für mich ist klar geworden, dass wir viel früher anfangen müssen. Nicht erst, wenn eine Stelle offen ist, sondern direkt in den Schulen. Wenn wir junge Menschen erst erreichen, wenn sie sich schon für einen Ausbildungsweg entschieden haben, ist es häufig zu spät.

Schülerinnen und Schüler entscheiden sich nicht für eine Ausbildung, weil wir ihnen die schönste Hochglanzbroschüre vorlegen. Sie verbinden einen Beruf mit Erlebnissen und den Menschen, die sie kennenlernen. Sie wollen Sinn finden und erleben, was hinter einem Handwerk tatsächlich steckt. Genau hier haben wir als Mittelstand eine riesige Chance: Wir können in die Schulen gehen, Mut machen und echten Praxisbezug herstellen. Praktika sind dafür der Schlüssel.

“Wer morgen wachsen will muss heute Fachkräfte entwickeln.”

Michael Limmer, Geschäftsführer der Limmer + Söllner GmbH

Unser Weg: Vom Vortrag in die Werkstatt

Für uns hat sich dieser Weg vollkommen bewährt. Ich bin inzwischen in jeder Schule bei uns in der Region mit Vorträgen zur Berufsorientierung vertreten und stehe in engem Austausch mit den Lehrkräften. Der Zugang war einfacher als gedacht: Ich bin aktiv auf die Rektorinnen und Rektoren zugegangen und habe konkrete Hilfe angeboten. Wenn wir als Unternehmen anbieten können, die Schulen bei der Berufsorientierung zu unterstützen und Schülerinnen und Schülern interessante Themen aus der Praxis zu zeigen, wird dieses Angebot sehr gut angenommen. Gleichzeitig lernen die Jugendlichen die Unternehmen und Ansprechpartner in ihrer Region kennen.

Fachkräftesicherung geht nur gemeinsam

Jeder einzelne Betrieb kann Praktika anbieten und Schulvorträge halten. Eine nachhaltige Fachkräftesicherung gelingt aber nur, wenn wir mittelstandsübergreifend zusammenarbeiten und Nachwuchs gemeinsam für die Region aufbauen. Genau hier sehe ich auch die großen Chancen einer Verbandsmitgliedschaft: Der DMB bietet uns Mittelständlern die perfekte Plattform, um sich auf Augenhöhe über funktionierende Lösungsansätze auszutauschen und voneinander zu lernen. Ein starkes Netzwerk ist heute viel Wert, denn am Ende stehen wir alle vor denselben Herausforderungen und profitieren enorm davon, wenn wir die Kräfte im Austausch bündeln.

Einblicke aus der Betriebspraxis

Wie kann Ausbildung im Mittelstand besser gelingen?

Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen, vor welchen Herausforderungen Unternehmen bei der Fachkräftesicherung stehen. Für unser Maßnahmenpapier „MITTELSTAND STÄRKEN“ haben wir deshalb 100 mittelständische Unternehmen zu ihren Erfahrungen und Herausforderungen rund um das Thema Ausbildung befragt. Aus den Ergebnissen haben wir konkrete Forderungen und Maßnahmen für bessere Rahmenbedingungen abgeleitet.

Hier finden Sie alle Informationen.

Sie sind auch DMB-Mitglied und möchten Einblicke in Ihr Unternehmen geben oder sich zu Themen rund um Arbeit und Soziales austauschen?

In unseren Formaten „Praxis-Check“ und „Drei Fragen an …“ stellen wir Mitgliedsunternehmen und ihre Erfahrungen auf unserer Website vor. Sie interessieren sich für aktuelle Themen rund um Arbeitsmarkt, Fachkräftesicherung oder Ausbildung und möchten sich dazu mit anderen Mitgliedsunternehmen austauschen? Dann sind Sie herzlich eingeladen, Teil unseres impact Netzwerks Arbeit & Soziales zu werden.

Bei Interesse melden Sie sich gerne bei unserer Fachreferentin Luisa Lippert.

 

Zur Autorin

Luisa Lippert

Referentin Arbeit & Soziales

Ansprechpartnerin für den Kompetenzbereich Arbeit & Bildung

luisa.lippert@mittelstandsbund.de
030 220048-338