13.02.2026
EFI-Gutachten unterstreicht Handlungsbedarf für den Mittelstand

Gute Ansätze, aber zu wenig Wirkung: Deutschlands Innovationsstrategie bleibt für viele Mittelständler eine Symbolpolitik ohne spürbare Impulse.
Ein Kommentar von Patrick Schönowski, DMB-Fachreferent für Digitalisierung
Das aktuelle Jahresgutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) zeigt: Mit der Hightech Agenda Deutschland und dem neuen Digitalministerium hat die Bundesregierung wichtige Schritte unternommen, um Innovation- und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Gleichzeitig bleibt die Umsetzung vieler Maßnahmen aus Sicht der Wirtschaft eine zentrale Herausforderung.
Für kleine und mittlere Unternehmen bestehen weiterhin spürbare Hürden: von Fachkräftemangel über aufwendige Förderverfahren bis hin zu schleppenden Digitalisierungsprozessen in der Verwaltung. Um die Potenziale des Mittelstands besser auszuschöpfen, braucht es vereinfachte Zugänge zu Forschungszulagen und die konsequente Anwendung des Once-Only-Prinzips. Ebenfalls sollte die 3,5-Prozent-Zielmarke der Bundesregierung bei Forschungs- und Entwicklungsausgaben durch attraktivere Rahmenbedingungen wirtschaftlich wirksamer umgesetzt werden.
Im Bereich der Künstlichen Intelligenz und Digitaler Souveränität setzt das Gutachten wichtige Schwerpunkte. Eine gezielte europäische Kooperation, etwa bei Open-Source-Grundlagenmodellen, kann zur technologischen Souveränität beitragen und den Einstieg mittelständischer Unternehmen in KI-Anwendungen erleichtern. Ein rechtssicherer und praxisnaher Datenzugang für Forschung und Entwicklung ist hierbei entscheidend.
Das EFI-Gutachten liefert wertvolle Ansätze für die Weiterentwicklung der deutschen Forschungs- und Innovationspolitik. Nun gilt es, diese Impulse praxisnah aufzugreifen und gezielt in mittelstandsfreundliche Politik umzusetzen.

Kommentar abgeben