22.09.2025

Energiewende

Energie selbst erzeugen: Investitionen in die Eigenversorgung von KMU

Auf gewerblichen Dachflächen liegt ein großes Potenzial für die Nutzung von Solarenergie.

Steigende Energiekosten, zunehmende Unsicherheiten auf den Energiemärkten und wachsende Anforderungen an den Klimaschutz machen Investitionen in die Eigenversorgung mit Strom und Wärme – insbesondere aus Erneuerbaren Energien – für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) attraktiv. Selbst erzeugte Energie zu nutzen, ermöglicht es Betrieben, ihre Versorgung unabhängiger und nachhaltiger zu gestalten. 

Steigende Energiekosten, zunehmende Unsicherheiten auf den Energiemärkten und wachsende Anforderungen an den Klimaschutz machen Investitionen in die Eigenversorgung mit Strom und Wärme – insbesondere aus Erneuerbaren Energien – für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) attraktiv. Selbst erzeugte Energie zu nutzen, ermöglicht es Betrieben, ihre Versorgung unabhängiger und nachhaltiger zu gestalten. 

Engineer shaking hands with contractor on solar power station
Ein PPA kann die Interessen von Anlagenbetreibern und KMU zum gegenseitigen Nutzen zusammenbringen.

Besitz der Anlage nicht zwingend erforderlich

Eigenversorgung bedeutet, dass ein Unternehmen einen Teil seines Strom- und gegebenenfalls auch Wärmebedarfs selbst erzeugt. Die Energie wird dabei nicht durch das öffentliche Netz geleitet, sondern direkt vor Ort verbraucht. Überschüssiger Strom kann allerdings ins Netz eingespeist werden.
Wichtig: Die Erzeugungsanlage befindet sich zwar in aller Regel in unmittelbarer Nähe zum Unternehmensstandort. Das Unternehmen muss aber nicht zwangsläufig Eigentümer der Anlage sein. Es gibt Betreiber- und Finanzierungskonzepte, bei denen Dritte die Anlage betreiben, während das Unternehmen den erzeugten Strom nutzt.
 

Eigenversorgung lohnt sich

Die Eigenversorgung bietet Unternehmen mehrere Vorteile:

  • Kostenersparnis & Unabhängigkeit: Die Nutzung selbst erzeugter Energie reduziert die Abhängigkeit vom Strommarkt und senkt die Bezugskosten – insbesondere durch den Wegfall eines Großteils der Stromnebenkosten.
  • Schnelle Amortisation: Je höher der Anteil des Eigenverbrauchs am gesamten Energiebedarf, desto schneller rechnet sich die Investition – insbesondere in Kombination mit einer Speicherlösung.
  • Klimaschutz: Wer eine Erneuerbare-Energien-Anlage nutzt, leistet gleichzeitig einen aktiven Beitrag zur Energiewende und zur Reduktion von CO₂-Emissionen.
  • Netzentlastung: Die dezentrale Energieerzeugung entlastet das öffentliche Stromnetz – ein positiver Nebeneffekt für das Gesamtsystem.
     

Erneuerbare Energien, Kraft-Wärme-Kopplung und industrielle Abwärme

Die Möglichkeiten der Eigenversorgung hängen von den örtlichen Gegebenheiten und dem Energiebedarf sowie dem Verbrauchsprofil des Unternehmens ab. Folgende Lösungen stehen zur Auswahl:

  • Photovoltaik-Anlagen (PV) auf Dach-, Fassaden- oder Freiflächen
  • Solarthermie-Anlagen erzeugen Wärme aus Sonnenenergie.
  • Kleinwindenergieanlagen (KWEA) eignen sich für Standorte mit ausreichend Windpotenzial
  • Wasserkraftanlagen können zur kontinuierlichen Stromerzeugung beitragen, sofern die Voraussetzungen eines Fließgewässers vorliegen.
  • Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) erzeugen gleichzeitig Strom und nutzbare Wärme mit besonders hoher Effizienz.
  • Biomasse- und Geothermie-Anlagen eignen sich für Unternehmen mit Zugang zu organischen Reststoffen oder Erdwärme.
  • Industrielle Abwärmenutzung stellt eine Möglichkeit dar, thermische Energie aus Produktionsprozessen zurückzugewinnen und erneut zu nutzen.
     

Möglichkeiten der Finanzierung

Planung, Anschaffung und Betrieb der Anlagen zur Eigenversorgung müssen nicht ausschließlich aus Eigenmitteln bestritten werden – neben herkömmlichen Krediten und Eigeninvestitionen stehen verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten und Förderinstrumente zur Verfügung:
 

  • Förderprogramme

    Die KfW fördert Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung aus Erneuerbaren Energien mit verschiedenen zinsgünstigen Krediten. Auch auf Landesebene existieren Förderprogramme, über die Sie sich beispielsweise auf der Seite unserer Förderhilfe+ informieren können.

  • Power Purchase Agreement (PPA)

    Bei einem PPA handelt es sich um einen langfristigen Stromliefervertrag zwischen einem Anlagenbetreiber und einem Unternehmen. Der Vertrag regelt die Lieferung einer festen Strommenge aus erneuerbaren Quellen zu einem verhandelten Preis. Das Unternehmen profitiert von stabilen Stromkosten und reduziertem CO₂-Ausstoß, ohne selbst in die Technik investieren oder sie besitzen und selbst betreiben zu müssen. Zudem sichern vertragliche Regelungen die Energieversorgung auch bei wetterbedingten Schwankungen.

  • Energieliefer-Contracting

    Für KMU, die nicht über die Mittel, Zeit oder Expertise verfügen, ihre Eigenversorgung aufzubauen, bietet das Energieliefer-Contracting eine Lösung. Dabei übernimmt ein spezialisierter Energiedienstleister – der sogenannte Contractor – von der Planung und Finanzierung über den Bau und Betrieb bis hin zur Wartung der Energieerzeugungsanlage sämtliche Aufgaben. Das Unternehmen bezieht den erzeugten Strom, Wärme oder Kälte direkt vom Contractor zu vertraglich vereinbarten Konditionen – ohne eigene Investition. Das Contracting-Modell senkt nicht nur das Investitionsrisiko, sondern garantiert durch klare Leistungsverträge auch ein hohes Maß an Versorgungssicherheit.

  • Leasing

    Abhängig von der jeweiligen Ausgestaltung des Leasingmodells werden dem Unternehmen monatliche Raten für die Nutzung einer Erzeugungsanlage in Rechnung gestellt. Beim operativen Leasing bleibt der Leasinggeber Eigentümer der Anlage und die entstehenden Kosten kann der Leasingnehmer als Betriebsausgaben geltend machen. Beim Finanzierungsleasing geht die Anlage am Ende der Laufzeit in den Besitz des Leasingnehmers über.

Zum Themenschwerpunkt Investitionen im Mittelstand

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Zum Autor

Steffen Kawohl

Referent Wirtschaft & Politik

Fachbereich Energiewende