26.02.2026

Energiewende

Gebäude-Modernisierungs-Gesetz: Die Koalition setzt auf unternehmerische Eigenverantwortung, ein großes Problem bleibt jedoch

Der Entwurf des Gebäude-Modernisierungs-Gesetzes (GMG) als Nachfolge für das viel kritisierte Gebäude-Energie-Gesetz sendet aus Sicht des Mittelstands ordnungspolitisch das richtige Signal: Schwarz-Rot setzt mit der Novellierung auf die Eigenverantwortung der Bürger. Allerdings könnte sich die geplante Grüngasquote perspektivisch als kostspieliger Fehler herausstellen.     

Ein Kommentar von Steffen Kawohl, Fachreferent für den Bereich Energiewende:

Während die Vorgängerregierung mit starren Vorgaben für Empörung sorgte, haben Unternehmerinnen und Unternehmer durch das GMG weiterhin Wahlfreiheit: Niemand wird gezwungen, eine bestehende und funktionierende Öl- oder Gasheizung auszutauschen. Gleichzeitig setzen Union und SPD mit der aktuell laufenden Förderung klimaneutraler Heizungen bis 2029 sinnvolle Anreize für den schrittweisen Wechsel zum klimafreundlichen Heizen. Das ist richtig!  

Unternehmerische Eigenverantwortung bedeutet aber auch, einzuplanen, dass die CO2-Preise künftig steigen werden. Fakt ist: Das Heizen mit fossilen Energieträgern wird in den kommenden Jahren spürbar teurer werden. Es ist außerdem davon auszugehen, dass die von der Bundesregierung erdachte Grüngasquote zu höheren Preisen führen wird – wenngleich die exakte Ausgestaltung der Quote noch festzulegen ist.  

Denn diese “grünen” und besonders klimafreundlichen Gase sind – Stand heute – noch überhaupt nicht im ausreichenden Maß auf dem Markt verfügbar. Und wir alle wissen, dass knappe und stark nachgefragte Güter die Kosten schnell in die Höhe treiben. Ob sich das Angebot in den kommenden Jahren deutlich ausweiten wird, bleibt abzuwarten. Dies könnte allerdings zu einem echten Kostenproblem werden.  

Insbesondere bei der Energiewende sind Planungssicherheit und Verlässlichkeit für den Mittelstand entscheidend. Auch wenn das geplante GMG kein großer Wurf ist, ist es immerhin der Versuch, beides zu gewährleisten, und muss deshalb schnellstmöglich vom Parlament verabschiedet werden. 

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Steffen Kawohl

Referent Wirtschaft & Politik

Fachbereich Energiewende