12.01.2026

Nachfolge

Stilllegungswelle rollt an: Die Bundesregierung muss einen Nachfolge-Krisenplan aufstellen

Ein Statement von Benjamin Schöfer, Referent für den Bereich Nachfolge.   

Eine massive Stilllegungswelle erfasst den deutschen Mittelstand und wird immer höher: Neue KfW-Zahlen zeigen, dass bis Ende dieses Jahres 243.000 KMU eine bewusste Geschäftsaufgabe nach dem Rückzug der Senior-Generation planen oder ernsthaft erwägen. Das sind 12.000 mehr als noch im Vorjahr (231.000). Der demographische Wandel erschwert die Suche nach geeigneten Nachfolgern zunehmend. Ohne gezielte Gegenmaßnahmen drohen Jobs, Ausbildungsplätze und regionale Wertschöpfung verloren zu gehen.  

Die Bundesregierung muss einen Krisenplan aufstellen, der es wieder attraktiv macht, ein etabliertes Unternehmen zu übernehmen. Dafür braucht es ein Gesamtpaket bestehend aus drei Schwerpunkten: 

1.) Standort wettbewerbsfähig gestalten

Die schwarz-rote Koalition ist aufgefordert, den Standort wettbewerbsfähiger aufzustellen, indem sie Bürokratie abbaut, Unternehmenssteuern senkt und Genehmigungen beschleunigt. Dies schafft die Grundlage dafür, dass junge Menschen den Einstieg ins Unternehmertum wieder als Chance begreifen.

2.) Übergaben gezielt unterstützen

Die Bundesregierung muss angesichts der dramatischen Nachfolgelage eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmensübergaben einrichten: einen One-Stop-Shop, der zielgerichtete Beratung von IHK, HWK und Verbänden bündelt. Flankierend braucht es ein bundesweites Förderprogramm für Nachfolgen – unbürokratisch, kraftvoll finanziert und einfach zugänglich, damit Übernahmen nicht an Formalitäten scheitern.

3.) Wirtschaftskompetenz an Schulen fördern

Um Betriebsübernahmen mittel- bis langfristige attraktiver zu machen, müssen an Schulen praxisnaher Wirtschaftsunterricht, Gründungs-AGs und Betriebsbesuche ausgebaut werden. Ziel muss es sein, junge Menschen früh an unternehmerisches Denken heranzuführen.  
 

Zum Autor

Benjamin Schöfer

Referent Wirtschaft und Politik

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Benjamin Schöfer

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