Förderinstrumente der EU für KMU:
Finanzierung über COSME

COSME (Competitiveness of Enterprises and Small and Medium-sized Enterprises)

Das Förderprogramm COSME der Europäischen Union soll die „Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen“ stärken. Das Programm hat ein Finanzvolumen von ca. 2,3 Mrd. Euro und die Laufzeit wurde von 2014 bis 2020 angesetzt. [1]

COSME beinhaltet folgende Ziele in Hinblick auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU):

Zugang zu Finanzmitteln soll erleichtert werden

Durch den vereinfachten Zugang zu Finanzmitteln soll es Unternehmern erleichtert werden ein Unternehmen zu gründen, weiterzuentwickeln oder eine Unternehmensübertragung stemmen zu können. Die EU mobilisiert dafür Darlehen und Beteiligungsinvestitionen für KMU, in dem Banken und anderen Institutionen Bürgschaften und Rückbürgschaften angeboten werden. Die Banken können den KMU dadurch mehr Darlehen und Leasingfinanzierungen ermöglichen. [2]

Erschließung neuer Märkte innerhalb und außerhalb der EU

Das COSME-Programm unterstützt das Enterprise Europe Network (EEN), das aus über 600 Kontaktstellen in mehr als 50 Ländern besteht und KMU dabei helfen soll Geschäftspartner zu finden.

Ferner wird das Internetportal „Ihr Europa–Unternehmen“ gefördert, das Gewerbebetreibenden einen Einblick in die Informationswelt rund um die Expansion des Unternehmens in einen anderen EU-Mitgliedsstaat geben soll. Das zusätzlich geförderte „KMU-Internationalisierungsportal“ legt den Fokus auf Informationen für Unternehmen, die ihre Tätigkeiten außerhalb Europas erweitern wollen.

Mit COSME werden KMU-Helpdesks für die Einhaltung der IPR (Rechte des geistigen Eigentums) in Südamerika und Asien finanziert. Hier sollen die KMU im Umgang mit Anforderungen zu IPR-Fragen, Normen und Vorschriften unterstützt werden.

Günstiges Umfeld für Wettbewerbsfähigkeit schaffen

COSME soll die Rahmenbedingungen für KMU optimieren. Es zielt besonders auf eine Entschlackung der Bürokratie für Unternehmen ab. Hierzu sollen auf der einen Seite Auswirkungen von Rechtsvorschriften auf KMU analysiert und bewertet werden. Und auf der anderen Seite soll KMU-freundliche Rechtssetzung ausgearbeitet werden. Die Leitidee „Vorfahrt für KMU“ hat hier laut EU Priorität.

Unternehmer-Geist soll gefördert werden

COSME fördert die unternehmerische Aus- und Weiterbildung, Unterstützung von Unternehmen durch Mentoren sowie anderweitige Beratungs- und Unterstützungsdienste für neue und potentielle Unternehmer. Durch Mobilitätsprogramme, Forschungsprojekte und die Verbreitung von Pilotprojekten soll die Unterstützung in Europa ausgeführt werden.

Das grenzüberschreitende Austauschprogramm „Erasmus für junge Unternehmer“ soll aufstrebenden Unternehmerinnen und Unternehmern neue, länderübergreifende Kenntnisse und Fähigkeiten im Unternehmertum ermöglichen. Ähnlich zum Studenten-Austauschprogramm „Erasmus für Studenten“ wird jungen Unternehmern die Chance gegeben, in andere Staaten der EU zu reisen und dort internationale Erfahrungen in Unternehmen zu sammeln.

Einen weiteren Schwerpunkt setzt das COSME-Programm auf die digitale Weiterbildung von Unternehmen, um die Wettbewerbsfähigkeiten im digitalen Zeitalter auszubauen.

Wer kann teilnehmen?

Förderberechtigt sind Unternehmen, wie auch private und öffentliche Akteure, die in der Unternehmensförderung tätig sind. Die Teilnahme an den einzelnen Arbeitsprogrammen läuft unterschiedlich ab. Die verschiedenen Anmeldeverfahren und Teilnahmebedingungen können auf der Internetseite des Enterprise Europe Network (EEN) eingesehen werden. Ein lokaler Ansprechpartner in dem eigenen Bundesland kann direkt über die Unterseite Regionale Kontakte gefunden werden.

Einschätzung

Das Budget des Programms beträgt ca. 2,3 Mrd. € für die Jahre 2014-2020. Im Vergleich zum Gesamtbudget des EU-Haushalts für diese Jahre, das bei ca. 960 Mrd. € liegt, scheint diese Summe sehr gering zu sein.

Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) lobt die hochgesteckten Ziele von COSME. Bei einem derart niedrigen Budget werden sie jedoch schwer zu erreichen sein. Außerdem wäre es wünschenswert, den Prozess zur Gestaltung der KMU-freundlichen rechtlichen Rahmenbedingungen transparenter zu gestalten.