30.07.2025

Ausbildungslücke belastet KMU

30.07.2025

Anlässlich des Ausbildungsstarts am 1. August fordert der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) die Bundesregierung auf, ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einzulösen und die berufliche Ausbildung nachhaltig zu stärken. „Für den Mittelstand ist es essenziell, dass die Ausbildungslücke nicht noch dramatischer zunimmt“, sagt Marc S. Tenbieg, geschäftsführender DMB-Vorstand.

Im vergangenen Jahr blieben mehr als ein Drittel der Ausbildungsstellen unbesetzt, gleichzeitig finden viele junge Menschen keinen Ausbildungsplatz – die Ausbildungslücke vergrößert sich somit von Jahr zu Jahr. Darunter leiden insbesondere kleine und mittlere Unternehmen. Denn diese Betriebe stellen die überwiegende Mehrheit der Ausbildungsplätze. Aus Sicht des DMB muss die Bundesregierung dringend Maßnahmen ergreifen, um das Passungsproblem auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. 

Marc S. Tenbieg, geschäftsführender DMB-Vorstand, betont: „Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag zum Ziel gesetzt, dass jeder junge Mensch eine Ausbildung absolvieren kann. Das ist lobenswert – aktuell sind wir von diesem Ziel jedoch noch weit entfernt. Bei der praktischen Berufsausbildung erleben wir eine verkehrte Welt: Obwohl gerade in mittelständischen Betrieben Fachkräfte fehlen, absolvieren immer mehr junge Menschen keine Ausbildung. Als Mittelstandsverband begrüßen wir das Vorhaben von Union und SPD, die Berufsorientierung in Schulen sowie die Jugendberufsagenturen zu stärken. Allerdings darf es nicht bei politischen Lippenbekenntnissen bleiben – die Umsetzung von zielführenden und vermittelnden Maßnahmen auf dem Ausbildungsmarkt muss schnellstmöglich erfolgen. Für den Mittelstand ist es essenziell, dass die Ausbildungslücke nicht noch dramatischer zunimmt.“

Verbundausbildung muss gefördert werden 

Akuter Handlungsbedarf besteht aus Verbandsperspektive vor allem in der besseren Vernetzung zwischen Ausbildungsbetrieben und Schulen. „Hier spielen die Jugendberufsagenturen als Bindeglied eine Schlüsselrolle, sie müssen gezielt gefördert werden“, sagt Tenbieg. Der Verbands-Vorstand spricht sich zudem für die Förderung der sogenannten Verbundausbildung aus, bei der sich mehrere Betriebe bei der praktischen Berufsausbildung ergänzen. „Gerade im ländlichen Raum kann die Kooperation von Unternehmen ein sinnvoller Weg sein, um jungen Menschen einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Dafür braucht es neben der Bereitschaft der Unternehmen aber auch die entsprechende Unterstützung durch die Kommunen.“ 

Eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag des DMB zeigt: KMU können vor allem durch ihre regionale Verwurzelung, flache Hierarchien und den starken Zusammenhalt unter den Mitarbeitenden punkten. „Der Mittelstand genießt einen exzellenten Ruf in der Bevölkerung. Nun gilt es insbesondere jungen Menschen diese Vorteile näherzubringen, um im Wettbewerb um Talente erfolgreich zu sein“, sagt Tenbieg. 

Über den DMB

Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) e.V. ist der Bundesverband für kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland. Der DMB wurde 1982 gegründet und sitzt in Düsseldorf. Unter dem Leitspruch „Wir machen uns für kleine und mittelständische Unternehmen stark!“ vertritt der DMB die Interessen seiner rund 33.000 Mitgliedsunternehmen mit über 800.000 Beschäftigten. Damit gehört der DMB mit seinem exzellenten Netzwerk in Wirtschaft und Politik zu den größten unabhängigen Interessen- und Wirtschaftsverbänden in Deutschland. Der Verband ist politisches Sprachrohr und Dienstleister zugleich, unabhängig und leistungsstark. Spezielle Themenkompetenz zeichnet den DMB in den Bereichen Digitalisierung, Nachfolge, Finanzen, Internationalisierung, Energiewende und Arbeit & Bildung aus. Als dienstleistungsstarker Verband bietet der DMB seinen Mitgliedsunternehmen zudem eine Vielzahl an Mehrwertleistungen. Weitere Informationen finden Sie unter www.mittelstandsbund.de.

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