13.04.2026
DMB kritisiert Maßnahmen gegen hohe Energiepreise: „Viele KMU können Krisenbonus gar nicht zahlen“
Das vom Koalitionsausschuss beschlossene Maßnahmenpaket schießt aus Sicht des Deutschen Mittelstands-Bunds (DMB) am Ziel vorbei. Der Verband zeigt sich enttäuscht von den Beschlüssen zur Senkung der Energiepreise und erwartet kaum Entlastung für Unternehmen.
Dazu erklärt Marc S. Tenbieg, geschäftsführender Vorstand des DMB:
Wir kritisieren, dass die Bundesregierung bei ihren Maßnahmen die Sorgen und Nöte von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu wenig berücksichtigt hat. Es ist für uns nicht nachvollziehbar, warum ein Krisenbonus von bis zu 1.000 Euro für Arbeitnehmer auf die Unternehmen verlagert werden soll. Schließlich stehen unsere Unternehmen ohnehin unter einem hohen Kostendruck, verschieben bereits Investitionen und sind zu personellen Anpassungen gezwungen.
Der Krisenbonus mag die Beschäftigten entlasten, nicht aber die Betriebe selbst. Viele KMU sind derzeit gar nicht in der Lage, ihren Mitarbeitern eine derartige Prämie zu zahlen. Hier wird ein Problem, das die Bundesregierung nicht lösen kann, einfach ausgelagert.
Senkung der Mineralölsteuer entlastet Mittelstand nicht genug
Auch die auf zwei Monate limitierte Senkung der Mineralölsteuer entlastet den Mittelstand nicht wirksam genug. Wir brauchen Planbarkeit und Verlässlichkeit bei den Entlastungen – und zwar dauerhaft. Außerdem ist noch nicht klar, ob die Mineralölkonzerne diese Steuersenkung auch an die Endverbraucher und Unternehmen weitergeben werden.
Und selbst, wenn es so kommen sollte, sind die 17 Cent pro Liter für viele Unternehmen, deren Geschäftsmodell zwingend auf Mobilität angewiesen ist, nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Speditionen, Handwerksbetrieben oder ambulanten Pflegediensten ist damit kaum geholfen. Weitere Signale sind jetzt notwendig, eine Unterstützung per Gießkannen-Prinzip ist nicht zielführend.

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