29.07.2026
DMB-Vorstand Tenbieg warnt zum Ausbildungsstart: „Ohne Reformen droht der Fachkräftenachwuchs weiter zu schrumpfen“
Zum Start des neuen Ausbildungsjahres appelliert der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) an Bund und Länder, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Nachwuchssicherung stärker zu unterstützen. Eine aktuelle Befragung des Verbands zeigt: Die Bereitschaft des Mittelstands, junge Menschen auszubilden, ist ungebrochen – doch immer mehr Betriebe stoßen an strukturelle Grenzen.
Kurz vor dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind die politischen Forderungen des Mittelstands eindeutig: 70 Prozent der vom DMB befragten KMU fordern eine bessere Berufsorientierung und höhere Bildungsqualität an den Schulen. 61 Prozent sprechen sich für einen konsequenten Bürokratieabbau aus, 55 Prozent wünschen sich finanzielle Entlastungen für Ausbildungsbetriebe.
„Die Befragung unserer Mitgliedsunternehmen zeigt klar: Der Mittelstand will ausbilden. Was viele Unternehmen ausbremst, sind nicht mangelnde Ausbildungsbereitschaft, sondern unzureichende politische Rahmenbedingungen“, erklärt Marc S. Tenbieg, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Mittelstands-Bunds (DMB). „Ohne Reformen droht der Fachkräftenachwuchs weiter zu schrumpfen. Wer den Fachkräftemangel wirksam bekämpfen will, muss dafür sorgen, dass Ausbildung weniger bürokratisch, leistbarer und praxisnäher wird.“
Knapp 75 Prozent der ausbildenden Betriebe berichten von Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Über 30 Prozent bezeichnen diese Probleme sogar als erheblich. Als Hauptursachen nennen die KMU die geringe Zahl eingehender Bewerbungen, mangelnde Ausbildungsreife sowie fehlende fachliche Voraussetzungen. Die Ergebnisse bestätigen damit das zunehmende Passungsproblem auf dem Ausbildungsmarkt.
Ein Viertel der KMU noch nicht sicher, ob sie mehr oder weniger ausbilden werden
Viele Unternehmen investieren bereits erheblich in attraktivere Ausbildungsbedingungen. Fast zwei Drittel der Ausbildungsbetriebe haben ihr Angebot in den vergangenen drei Jahren gezielt weiterentwickelt – etwa durch höhere Ausbildungsvergütungen, Zusatzleistungen oder flexible Arbeitszeiten. Rund 70 Prozent bewerten diese Maßnahmen als erfolgreich.
Dennoch ist für ein Viertel der befragten Unternehmen noch nicht klar, ob sie in den kommenden drei Jahren mehr oder weniger ausbilden werden. Damit diese Unternehmen Ausbildungsplätze besetzen können, sind aus Sicht des DMB eine frühzeitigere und praxisnahe Berufsorientierung, eine stärkere Ausbildungsreife junger Menschen sowie der konsequente Abbau bürokratischer Hürden zentral. Vor diesem Hintergrund formuliert der DMB in einem aktuellen Maßnahmenpapier fünf Handlungsfelder für Bund und Länder. Das Maßnahmenpapier kann hier heruntergeladen werden.
Im Rahmen seiner aktuellen Untersuchung zur dualen Ausbildung hat der DMB im Mai und Juni 2026 eine Befragung unter 100 Mitgliedsunternehmen durchgeführt.



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