16.04.2026
DMB-Vorstand Tenbieg zum Industriestrompreis: „Der breite Mittelstand geht leer aus“
Anlässlich der Einigung zum Industriestrompreis kritisiert der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) die selektive Ausgestaltung der Entlastungsmaßnahmen. Der breite Mittelstand, außerhalb der energieintensiven Industrie, bleibt weiterhin mit hohen Stromkosten allein.
Marc S. Tenbieg, geschäftsführender Vorstand des DMB, erklärt dazu:
Mit der heutigen Einigung beim Industriestrompreis setzt die Bundesregierung auf eine selektive Entlastung einzelner Branchen. Das mag kurzfristig helfen, schafft aber neue Ungleichgewichte im Wettbewerb. Der breite Mittelstand, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) außerhalb der energieintensiven Industrie, bleibt weiterhin mit hohen Stromkosten allein. Er geht mal wieder leer aus. Gleichzeitig muss der Mittelstand die Subvention der Industrie mitfinanzieren. Das wird der dramatischen Lage, in der sich viele KMU aktuell befinden, nicht gerecht.
Sinnvoll wäre keine punktuelle Subvention einzelner Sektoren, sondern eine strukturelle Entlastung bei Energiepreisen, Abgaben und Netzentgelten, die allen Unternehmen zugutekommt. Nur so lassen sich faire Wettbewerbsbedingungen und nachhaltige Investitionsanreize sicherstellen.
Hinzu kommt: Selbst Industriebetriebe profitieren nicht durchgängig von der Regelung. Die vorgesehenen Investitionsauflagen sowie die komplexen Antragsverfahren führen dazu, dass gerade mittelständische Betriebe faktisch ausgeschlossen werden.
Wenn Förderinstrumente so ausgestaltet sind, dass sie nur von großen Unternehmen genutzt werden können, verfehlen sie ihr Ziel. Statt zusätzlicher Komplexität braucht es einfache, verlässliche und technologieoffene Rahmenbedingungen, die Investitionen aus eigener Kraft ermöglichen.

Kommentar abgeben