02.09.2026

Allgemein

DMB-Vorstand Tenbieg zur Einkommensteuerreform: "Enttäuschung für den Mittelstand – Gesetzentwurf kommt zur Unzeit"

Zum heutigen Beschluss des Einkommensteuerreformgesetzes im Bundeskabinett erklärt Marc S. Tenbieg, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Mittelstands-Bundes (DMB):  

„Der heutige Kabinettsbeschluss ist eine erneute Enttäuschung für den Mittelstand. Statt der im Koalitionsvertrag versprochenen Entlastungen würde das geplante Gesetz für viele Betriebe sogar zu neuen finanziellen Engpässen führen. In der längsten wirtschaftlichen Schwächephase seit Gründung der Bundesrepublik brauchen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Wachstumsimpulse statt neuer Belastungen. Der aktuelle Gesetzentwurf ist daher mehr Mogelpackung als Reform und kommt völlig zur Unzeit. Als Verband teilen wir insofern die Kritik aus dem Wirtschaftsministerium. 

Der Gesetzentwurf gleicht nicht mal die kalte Progression vollständig aus und verfehlt damit auch das Ziel der Bundesregierung einer wirksamen Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen. Die geplanten Detailmaßnahmen, die der Gesetzentwurf vorsieht, würden vor allem den Mittelstand belasten. So würde etwa die Anhebung der Minijob-Pauschsteuer von zwei auf fünf Prozent Beschäftigung in Handel und Gastronomie verteuern. Und die Kürzung des Handwerkerbonus würde dazu führen, dass Dachdecker, Schreiner oder Maler und Lackierer weniger Aufträge erhalten oder die Schwarzarbeit zunimmt. 

Auch die geplante Anhebung des Reichensteuersatzes trifft erfolgreiche KMU und setzt ein völlig falsches Signal für Investitionen in die Zukunftsfähigkeit der Betriebe. Im parlamentarischen Verfahren sind daher dringend Nachbesserungen notwendig. Die Weichen in der Steuerpolitik müssen voll auf Wachstum für den Mittelstand gestellt werden – insbesondere fordern wir einen vollständigen Ausgleich der kalten Progression und eine Anhebung der Grenze, ab der der Spitzensteuersatz greift, auf mindestens 85.000 Euro.“ 

Über den DMB

Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) e.V. ist der Bundesverband für kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland. Der DMB wurde 1982 gegründet und sitzt in Düsseldorf. Unter dem Leitspruch „Wir machen uns für kleine und mittelständische Unternehmen stark!“ vertritt der DMB die Interessen seiner rund 34.000 Mitgliedsunternehmen mit über 800.000 Beschäftigten. Damit gehört der DMB mit seinem exzellenten Netzwerk in Wirtschaft und Politik zu den größten unabhängigen Interessen- und Wirtschaftsverbänden in Deutschland. Der Verband ist politisches Sprachrohr und Dienstleister zugleich, unabhängig und leistungsstark. Spezielle Themenkompetenz zeichnet den DMB in den Bereichen Digitalisierung, Nachfolge, Finanzen, Internationalisierung, Energiewende und Arbeit & Bildung aus. Als dienstleistungsstarker Verband bietet der DMB seinen Mitgliedsunternehmen zudem eine Vielzahl an Mehrwertleistungen. Weitere Informationen finden Sie unter www.mittelstandsbund.de.

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