17.06.2026

Allgemein

EU-Gipfel zur Wettbewerbsfähigkeit: Mittelstand fordert Belastungs-Stopp und soliden EU-Haushalt

Am morgigen Donnerstag kommen die Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel zusammen, um über die Zukunft der europäischen Wirtschaft und den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) 2028–2034 zu beraten. Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) fordert vom Europäischen Rat eine klare wirtschaftspolitische Neuausrichtung. 

„Angesichts der veränderten geopolitischen Lage und des wachsenden Wettbewerbsdrucks aus den USA und China braucht Europa ein klares Signal: Priorität für Wettbewerbsfähigkeit statt immer neuer Regulierung und wachsender Haushalte“, erklärt Marc S. Tenbieg, geschäftsführender Vorstand des DMB. „In den vergangenen Jahren kamen aus Brüssel vor allem zusätzliche Belastungen statt der versprochenen Entlastungen.“ 

Kritisch sieht der DMB insbesondere den sogenannten Trickle-Down-Effekt: Regulierungen wie CSRD und die europäische Lieferkettenrichtlinie treffen den Mittelstand über die Anforderungen großer Auftraggeber faktisch voll, obwohl KMU formal oft ausgenommen sind. Dass die Europäische Kommission diesen Kaskadeneffekt inzwischen anerkennt, wertet der Verband als ersten Schritt. Entscheidend sei nun, das Omnibus-Verfahren konsequent zu nutzen, um Regulierung spürbar zu vereinfachen und wirksame, rechtssichere Schutzmechanismen für KMU zu verankern. 

Tenbieg fordert: „Wer jetzt über Wettbewerbsfähigkeit spricht, muss handeln: Durch ein Moratorium für neue Bürokratie, ein Ende der Weitergabe von Pflichten entlang der Wertschöpfungsketten und einen deutlichen Abbau bestehender Nachweispflichten. Wettbewerbsfähigkeit entsteht durch unternehmerische Freiheit, nicht durch zusätzliche Vorgaben aus Brüssel.“ 

Auch in der Debatte um den EU-Haushalt positioniert sich der DMB klar gegen eine Ausweitung auf über zwei Billionen Euro, gegen neue EU-Unternehmensabgaben und gegen eine dauerhafte gemeinsame Verschuldung. Ein solcher Ansatz gefährde die finanzielle Solidität Europas und belaste Unternehmen zusätzlich. 

Die Kernforderungen des Mittelstands an den Europäischen Rat: 

  • Verbindliche Entlastung für KMU: Einführung eines „One-in, Two-out“-Prinzips und verpflichtende, unabhängige KMU-Checks vor jeder neuen Regulierung.
  • Finanzielle Solidität: Keine neuen EU-Schulden im MFR 2028–2034; klare Priorisierung von Ausgaben, insbesondere für Sicherheit und strategische Infrastruktur.
  • Mittelstandsgerechter Wettbewerbsfonds: Der geplante Europäische Fonds für Wettbewerbsfähigkeit (ECF) muss auch für KMU zugänglich sein und zwar einfach, digital und unbürokratisch.

Über den DMB

Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) e.V. ist der Bundesverband für kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland. Der DMB wurde 1982 gegründet und sitzt in Düsseldorf. Unter dem Leitspruch „Wir machen uns für kleine und mittelständische Unternehmen stark!“ vertritt der DMB die Interessen seiner rund 34.000 Mitgliedsunternehmen mit über 800.000 Beschäftigten. Damit gehört der DMB mit seinem exzellenten Netzwerk in Wirtschaft und Politik zu den größten unabhängigen Interessen- und Wirtschaftsverbänden in Deutschland. Der Verband ist politisches Sprachrohr und Dienstleister zugleich, unabhängig und leistungsstark. Spezielle Themenkompetenz zeichnet den DMB in den Bereichen Digitalisierung, Nachfolge, Finanzen, Internationalisierung, Energiewende und Arbeit & Bildung aus. Als dienstleistungsstarker Verband bietet der DMB seinen Mitgliedsunternehmen zudem eine Vielzahl an Mehrwertleistungen. Weitere Informationen finden Sie unter www.mittelstandsbund.de.

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Referent für Presse und Öffentlichkeitsarbeit


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