09.06.2026

Allgemein

Vor dem Reform-Gipfel: DMB Risiko-Report Mittelstand macht Zukunftsrisiken von KMU erstmals greifbar

Anlässlich des morgigen Reform-Gipfels der Bundesregierung warnt der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) vor einer zunehmenden Investitions- und Innovationsblockade bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Ein Befund, den der aktuelle DMB Risiko-Report Mittelstand 2026 untermauert. Der Verband hat zusammen mit der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR Berlin) erstmals systematisch die Zukunftsrisiken von KMU erfasst. 

Die Studie macht deutlich: Nicht ein einzelnes Problem belastet KMU, sondern die Gleichzeitigkeit mehrerer Risiken. Überbordende Bürokratie (nennen 65 Prozent der Befragten), hohe Energiepreise (62,9 Prozent), der Fachkräftemangel (56,3 Prozent) und regulatorische Anforderungen (57,1 Prozent) zählen zu den größten Belastungsfaktoren. 

„Mit dem Risiko-Report machen wir auf der Grundlage einer umfassenden Datenbasis die oft als diffus empfundenen Zukunftsrisiken von Unternehmerinnen und Unternehmen erstmals greifbar. Die zentrale Herausforderung des Mittelstands besteht darin, dass immer mehr Unternehmen ihre Ressourcen darauf verwenden müssen, Stabilität zu sichern, statt Zukunft zu gestalten“, sagt Marc S. Tenbieg, geschäftsführender Vorstand des DMB.

Zukunftsfähigkeit von KMU gerät unter Druck 

Besonders kritisch bewertet der DMB die langfristigen Folgen dieser Entwicklung. Der Risiko-Report zeigt, dass viele Unternehmen notwendige Investitionen in Digitalisierung, Innovation, Energieeffizienz oder Unternehmensentwicklung verschieben, weil finanzielle und personelle Spielräume fehlen. 

„Auch wenn es ein Dilemma ist: Wer heute notwendige Investitionen verschiebt, gefährdet seine Wettbewerbsfähigkeit von morgen,“ betont Prof. Dr. Birgit Felden, Direktorin des Instituts für Entrepreneurship, Mittelstand und Familienunternehmen (EMF) der HWR Berlin. 

Mehr als die Hälfte der Unternehmen erwartet eine weitere Verschärfung zentraler Risikofelder in den kommenden zehn Jahren. So rechnen 54,2 Prozent mit steigenden Belastungen aus ihrem wirtschaftlichen Umfeld, dazu zählen beispielsweise hohe Energiepreise, Nachhaltigkeitsvorschriften oder mangelhafte Infrastruktur. 

50,9 Prozent der Befragten rechnen mit zunehmenden Ertrags- und Finanzrisiken, was vor allem auf die hohe Bürokratielast zurückzuführen ist. Von einer Verschärfung sozialer Risiken, etwa durch den Fachkräftemangel, gehen 46 Prozent aus. 

Reform-Gipfel muss Ursachen der Investitionszurückhaltung adressieren 

Aus Sicht des DMB darf der Reform-Gipfel im Kanzleramt nicht lediglich kurzfristige Konjunkturimpulse diskutieren, er muss auch die strukturellen Ursachen der Investitionszurückhaltung adressieren. 

„Der Reform-Gipfel ist berechtigterweise mit hohen Erwartungen verbunden, denn er muss klare Lösungsvorschläge präsentieren. Wenn die Bundesregierung mit ihren Reformen Investitionen stärken will, muss sie zunächst die Voraussetzungen dafür schaffen. KMU brauchen weniger Bürokratie, mehr Planungssicherheit, bezahlbare Energie und bessere finanzielle Rahmenbedingungen. All dies ist entscheidend für Wachstum, Innovation und Beschäftigung in Deutschland“, betont Tenbieg. 

Der DMB Risiko-Report Mittelstand 2026 basiert auf einer bundesweiten Befragung von 1.071 Unternehmerinnen und Unternehmern im Zeitraum zwischen Januar und April 2026. Befragt wurden Inhaber und Geschäftsführer von Kleinst-, Klein- und mittleren Unternehmen. Die Studie wurde gemeinsam mit dem EMF-Institut der HWR Berlin erstellt. 

Der vollständige Report steht hier zum Download bereit.

DMB Risiko-Report Mittelstand

Printexemplare stellen wir Ihnen auf Anfrage gerne zur Verfügung.

Über den DMB

Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) e.V. ist der Bundesverband für kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland. Der DMB wurde 1982 gegründet und sitzt in Düsseldorf. Unter dem Leitspruch „Wir machen uns für kleine und mittelständische Unternehmen stark!“ vertritt der DMB die Interessen seiner rund 34.000 Mitgliedsunternehmen mit über 800.000 Beschäftigten. Damit gehört der DMB mit seinem exzellenten Netzwerk in Wirtschaft und Politik zu den größten unabhängigen Interessen- und Wirtschaftsverbänden in Deutschland. Der Verband ist politisches Sprachrohr und Dienstleister zugleich, unabhängig und leistungsstark. Spezielle Themenkompetenz zeichnet den DMB in den Bereichen Digitalisierung, Nachfolge, Finanzen, Internationalisierung, Energiewende und Arbeit & Bildung aus. Als dienstleistungsstarker Verband bietet der DMB seinen Mitgliedsunternehmen zudem eine Vielzahl an Mehrwertleistungen. Weitere Informationen finden Sie unter www.mittelstandsbund.de.

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