11.03.2020Interview

DMB-Interview: Silke Körner und Joerg Janzen

"Made in Germany" ist ein international anerkanntes Gütesiegel. Die Leistungen deutscher Unternehmen werden weltweit geschätzt. Die tragende Säule der Wirtschaft, der Mittelstand – das sind motivierte Unternehmer/innen, Gewerbetreibende und Selbstständige, die sich ihrer unternehmerischen Verantwortung stellen. Der DMB hat sie gefragt, was sie antreibt und welche Hürden beseitigt werden müssen, um zukünftige Herausforderungen meistern zu können um weiter erfolgreich zu sein.


Der DMB freut sich auch auf Ihre Stimme für den Mittelstand – egal, ob Klein- oder Großunternehmer, egal, in welcher Branche Sie tätig sind.

"Scheitern gehört zum Geschäft. Das Wiederaufstehen ist das, was zählt!"

Silke Körner und Jörg Janzen (DEX Training & Consulting GmbH)


Unternehmerpersönlichkeiten prägen den deutschen Mittelstand maßgeblich. In welchem Bereich sind Sie unternehmerisch tätig? 

DEX Training & Consulting arbeitet hauptsächlich mit mittelständischen Unternehmen. Diese kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen, denn wir arbeiten mit Personalentwicklung – die ist unabhängig vom Segment.

Spezialisiert haben wir uns hier auf nachhaltige Lernprozesse, die emotionales Lernen (Gruppenaktivitäten, Outdoor, Lerngruppen…) und digitales Lernen miteinander verbinden. Dabei unterstützen wir die Umsetzung des für eine erfolgreiche Digitalisierung notwendigen Kulturwandel in Unternehmen.


Für seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung wird der „German Mittelstand“ weltweit geschätzt. Was macht für Sie den Mittelstand aus und warum ist er wichtig für Deutschland?

Der Mittelstand vereint einerseits viel Know-How in den verschiedensten Branchen, oft angesammelt über Generationen und in vielen wirtschaftlich und politisch schwierigen, aber auch günstigen Jahren. Außerdem sind durch die primär eigentümergeführten Unternehmen in der Regel agiler und dynamischer im Wandel, während die Mitarbeitenden oft einen hohen Grad der Identifikation mit ihrem Arbeitgeber haben. Durch die durch die Jahre oft gute Kapitalisierung, stehen auch die notwendigen Mittel für Innovation und Erneuerung zu Verfügung, wenn die Entscheidung dazu getroffen wurde. Diese Kombination macht mittelständische Unternehmen besonders unabhängig, resilient und erschließt Potenziale.


Qualität, Kreativität, Innovation und unternehmerische Verantwortung zeichnen mittelständische Unternehmen aus.  Was motiviert Sie, was treibt Sie an tagtäglich Ihre unternehmerische Verantwortung zu leisten?

Unser Unternehmen ist dem Wachstum und der Entwicklung von Menschen gewidmet. Diese zu rüsten, zu fördern – und gleichzeitig von ihnen zu lernen treibt uns an! Bei aller Digitalisierung und künstlicher Intelligenz darf man nicht vergessen, worum es eigentlich geht: Um das Wohlergehen, den Wohlstand und den Fortschritt aller Menschen! Wir können durch unsere Arbeit mit mittelständischen Unternehmen direkt in unserer Gesellschaft dazu beitragen.


Krisen und Herausforderungen gehören ebenfalls zum Unternehmertum dazu. Welche Erfahrungen und Kompetenzen sind besonders wichtig, um in turbulenten Zeiten nicht unter zu gehen?

Als Allerwichtigstes: Neugier und Mut! Neugier – und die Einstellung nicht „ausgelernt“ zu haben, um sich den neuen Entwicklungen und Trends zu stellen, sie zu erforschen und die Relevanz für einen selbst bzw. die eigene Gesellschaft zu ergründen. Mut, von alten Sichtweisen und Mustern loszulassen – auch wenn sie jahre- oder jahrzehntelang erfolgreich waren; sich wieder als „Lehrling“ zu fühlen und den Schritt ins Unbekannte zu wagen: Scheitern gehört zum Geschäft. Das Wiederaufstehen ist das, was zählt!


Bürokratische Hürden, Steuerbelastungen oder finanzielle Fallstricke verkomplizieren den Geschäftsbetrieb. Welche Probleme und unternehmerischen Hürden muss die Politik am dringendsten angehen, damit der Mittelstand auch künftig erfolgreich sein kann? 

Sicherlich ist eine extreme Vereinfachung des Steuerrechts, einhergehend mit einer Entlastung für neue und insbesondere kleine Unternehmen wichtig.

Politik sollte dafür sorgen, dass nicht uralte Annahmen das heutige Tagesgeschäft regeln. Vielmehr sollten Vorschriften und Gesetze reduziert und schnell dem Trend zur Digitalisierung und globaler Marktwirtschaft gerecht werden.

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