08.12.2017Medienpräsenz

WirtschaftsWoche / in|pact Themenspecial "Der starke Mittelstand"

Der starke Mittelstand

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das vergangene Jahr gibt reichlich Anlass, um optimistisch in die Zukunft zu schauen: der Mittelstand ist und bleibt der wesentliche Treiber und Träger des fortschreitenden Aufschwungs der deutschen Wirtschaft. Ende 2017 sind erstmals mehr als 70 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland in kleinen und mittelständischen Unternehmen beschäftigt. Und auch im kommenden Jahr wird der Wachstumsmotor aktuellen Konjunkturprognosen zufolge nicht ins Stottern geraten. Es ist daher keine Augenwischerei, den Mittelstand in all seinem Facettenreichtum mit dem Attribut der „Stärke“ zu würdigen.

Die starke Position des deutschen Mittelstands ist hausgemacht. Sie ist das Zeugnis harter Arbeit, unternehmerischen Geschicks und hochwertiger Produkte und Dienstleistungen. So sehr diese starke Position hausgemacht ist, so sehr ist sie aber auch endlich. Je voller die Auftragsbücher, desto geringer der Innovationsdruck. Doch auch bei guter wirtschaftlicher Entwicklung darf die folgende Binse nicht missachtet werden: die heutige Innovationskraft des deutschen Mittelstands ist dessen Stärke von morgen.

Der internationale Wettbewerb schläft nicht und hat in mehreren Zukunftsbranchen inzwischen die Nase vorn. Gerade bei der digitalen Wettbewerbsfähigkeit droht Deutschland den Anschluss zu verlieren. Dabei ist die Digitalisierung eine Schlüsselfrage für die Zukunft des deutschen Mittelstands. Die gebetsmühlenartig vorgetragene Forderung nach einem deutschen Silicon Valley ist dabei allerdings weder realistisch, noch ist sie besonders erstrebenswert. Denn auch hier gilt: Innovieren ist besser als kopieren. Was wir nicht brauchen ist eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung, bei der die Digitalisierung ein paar Großprofiteure hervorbringt und viele kleine Verlierer zurücklässt.

Was wir stattdessen brauchen ist ein besonderer "German Way", ein inklusives Modell der Digitalisierung, der wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedürfnisse in Einklang bringt. Klar ist, dass eine solche gesamtgesellschaftliche Transformation nur gemeinsam gestemmt werden kann. Hier muss der Gesetzgeber für entsprechende Rahmenbedingungen sorgen, damit der Mittelstand seiner Leit- und Innovationsfunktion und besonderen Verantwortung – für die Beschäftigten, deren Familien und auch für die Gesellschaft – künftig gerecht bleiben kann.


Quellen- und Autorenangaben

Link zum Beitrag

Autor
Marc S. Tenbieg
Geschäftsführender Vorstand
Deutscher Mittelstands-Bund (DMB)

Quelle

WirtschaftsWoche / in|pact
Themenspecial "Der starke Mittelstand"
Ausgabe Dezember 2017, Rubrik "Grußwort", Seite 2

Verlag
in|pact Mediaverlag
www.inpactmedia.com

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