03.08.2020Förderprogramm

Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ Prämien für Ausbildungsbetriebe

Über das Förderprogramm "Ausbildungsplätze sichern" können Ausbildungsbetriebe Prämien beantragen.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist die wirtschaftliche Lage im Mittelstand angespannt. Davon ist auch die berufliche Ausbildung betroffen, denn viele Ausbildungsbetriebe stecken in der Krise. Um die duale Berufsausbildung – das Fundament des deutschen Fachkräftenachwuchs – zu stärken, hat die Bundesregierung das Programm „Ausbildungsplätze sichern“ als Teil des Konjunkturpakets auf den Weg gebracht.

Vorgesehen ist eine finanzielle Unterstützung von ausbildenden Betrieben in den Jahren 2020 und 2021.
KMU sollen so motiviert werden, weiter in die Ausbildung junger Menschen zu investieren und ihre Ausbildungstätigkeit trotz der Corona-Krise fortzuführen. Die Eckpunkte des Programms wurden am 24. Juni beschlossen; die erste Förderrichtlinie am 29. Juli verabschiedet.
 

Die Antragstellung ist ab sofort bei der zuständigen Agentur für Arbeitmöglich. Zusätzlich zum Förderantrag benötigen Sie eine Bescheinigung der zuständigen Stelle für den Ausbildungsberuf (nach dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung oder dem Seearbeitsgesetz) und eine De-minimis-Erklärung.

 

Welche Maßnahmen sind vorgesehen?

Die Bundesregierung zahlt Prämien und Lohnkostenzuschüsse an Ausbildungsbetriebe, die ihr Ausbildungsangebot fortführen, erhöhen oder Auszubildenen von anderen Betrieben übernehmen. Dafür sind insgesamt 500 Millionen Euro vorgesehen. Zuschüsse gibt es in den folgenden Fällen:

  1. Ausbildungsprämie (Ausbildungsangebot fortführen): Ausbildende KMU, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, werden mit einer Ausbildungsprämie gefördert. Sie erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 2.000 Euro (nach Abschluss der Probezeit).
     
  2. Ausbildungsprämie Plus (Ausbildungsangebot erhöhen): Ausbildende KMU, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöhen, erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 3.000 Euro (nach Abschluss der Probezeit).
     
  3. Vermeidung von Kurzarbeit (Zuschuss zur Ausbildungsvergütung): KMU, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls (mindestens 50 Prozent) ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, werden mit 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat gefördert, in dem dies der Fall ist.
     
  4. Auftrags- und Verbundausbildung: Wenn KMU die Ausbildung temporär nicht fortsetzen können, können andere KMU zeitlich befristet die Ausbildung übernehmen und dafür Förderung erhalten. Dies gilt, wenn der Geschäftsbetrieb des ursprünglich ausbildenden KMU vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Auflagen betroffen ist, die eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs maßgeblich behindern.
     
  5. Übernahmeprämie: KMU, die Auszubildende aus Corona-bedingt insolventen KMU bis zum Abschluss ihrer Ausbildung übernehmen, erhalten je Auszubildendem eine Prämie von 3.000 Euro

Wer ist antragsberechtigt?

Allgemein gilt:

  • Die Maßnahme richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit bis zu 249 Beschäftigten. Als Beschäftigtenzahl wird die Zahl der MitarbeiterInnen in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 zugrunde gelegt. Bei Ausbildungsverbünden werden die Beschäftigten der einzelnen KMU zusammen berücksichtigt.
  • Für die Förderung kommen KMU in Betracht, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen durchführen. Praktika sind ausgeschlossen.
  • Es wird nur eine Prämie pro Ausbildung gezahlt.
  • Neben diesen Förderungen sind keine Leistungen mit gleicher Zielrichtung oder gleichem Inhalt aus anderen Programmen des Bundes oder der Länder möglich. Das Unternehmen entscheidet eigenständig, welche Förderung es in Anspruch nehmen will.


Antragsberechtigte: Ausbildungsprämien (Maßnahmen 1 und 2)

Antragsberechtigt sind KMU, die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Davon ist auszugehen, wenn ein KMU in der ersten Hälfte des Jahres 2020 wenigstens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt hat oder der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist. Bei KMU, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen. Es werden nur Ausbildungsverhältnisse gefördert, die im Zeitraum von 01.08.2020 bis 15.02.2021 beginnen.

 

Antragsberechtigte: Unterstützung bei Vermeidung von Kurzarbeit (Maßnahme 3)

Antragsberechtigt sind KMU, die ihre laufenden Ausbildungsaktivitäten trotz der Belastungen durch die COVID-19-Krise fortsetzen und Auszubildende sowie deren Ausbilder trotz erheblichem Arbeitsausfall nicht in Kurzarbeit bringen. Erforderlich ist ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb. Wenn Ihr Unternehmen Kurzarbeit anzeigt, muss gleichzeitig eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Agentur für Arbeit erfolgen, dass die Ausbildung fortgesetzt wird. Hat Ihr Unternehmen bereits Kurzarbeit angezeigt, muss dies schnellstmöglich nachgeholt werden.

 

Antragsberechtigte: Förderung bei Auftrags- und Verbundausbildung (Maßnahme 4)

Antragsberechtigt sind KMU aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus anderen KMU im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate im eigenen Betrieb ausbilden und über die hierfür notwendige Ausbildungseignung verfügen und ÜBS sowie andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die Auszubildende aus KMU im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate ausbilden.

 

Antragsberechtigte: Übernahmeprämie (Maßnahme 5)

Antragsberechtigt sind KMU aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen KMU bis zum 31.12.2020 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen. Eine pandemiebedingte Insolvenz liegt vor, wenn das Insolvenzverfahren bis zum 31. Dezember 2020 eröffnet wurde und das KMU vor dem 31. Dezember 2019 gemäß EU-Definition nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten war.

Die Prämie wird nach der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit ausgezahlt. Als übernehmender Betrieb benötigen Sie für den Antrag eine Bescheinigung vom Insolvenzverwalter des insolventen Unternehmens.

Für welche Zeitraum ist die Förderung möglich?


Förderungen werden für die folgenden Zeiträume möglich sein:

  • Ausbildungsprämien: für das Ausbildungsjahr 2020/2021.
     
  • Unterstützung Vermeidung von Kurzarbeit: bis zum 31. Dezember 2020.
     
  • Förderung bei Auftrags- und Verbindausbildung: bis zum 30. Juni 2021.
     
  • Übernahmeprämie: bis 30. Juni 2021.

Wie kann die Förderung beantragt werden?

Ein Förderantrag kann ab sofort bei der Bundesagentur für Arbeit gestellt werden. Die entsprechenden Antragsformulare finden Sie hier.


Neben dem Förderantrag müssen Sie noch eine Bescheinigung der zuständigen Stelle für den Ausbildungsberuf (nach dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung oder dem Seearbeitsgesetz) und eine De-minimis-Erklärung einreichen. Die Bescheinigung der zuständigen Stelle für den Ausbildungsberuf erhalten Sie bei der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer.

Die ausgefüllten Formulare senden Sie an Ihre zuständige Agentur für Arbeit.

 

Bei Fragen unterstützt Sie der Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit:

Telefon: 0800 4 555520 (gebührenfrei) oder Kontaktformular

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