22.05.2019Medienpräsenz

DIE WELT: Nachhaltigkeit zu dokumentieren fällt schwer

Zu viel Bürokratie, zu wenig Expertise: Verbände sprechen sich gegen Berichtspflicht für kleine und mittlere Unternehmen aus

[...] Auch der Vorstand des Deutschen Mittelstandsbundes Marc Tenbieg sieht in Sachen Nachhaltigkeit einerseits Nachholbedarf – und andererseits eine große Chance: „Viele Mittelständler fokussieren sich noch immer auf ihr Kerngeschäft und haben nicht realisiert, dass Nachhaltigkeit unmittelbar mit Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu tun hat.“

Von der Politik fordert Tenbieg steuerliche Anreize für nachhaltiges Wirtschaften in den Bereichen ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Darüber hinaus sei eine zielgenauere Förderung wichtig. „Momentan stehen hauptsächlich die Themen Feinstaub, CO2 und Diesel auf der politischen Agenda. Das Umweltthema Nachhaltigkeit wird dabei vernachlässigt oder, wie beim Thema Elektroauto/Batterie, nur halbherzig durchdacht“, so Tenbieg. Er kritisiert die derzeitige Fokussierung auf Elektromobilität – diese entlaste nur vordergründig die Umwelt. „Allerdings wird dabei vergessen, dass die meisten Batterien momentan in China produziert werden. Hierbei werden seltene Erden häufig umweltbelastend abgebaut und die Batterien nach Europa verschifft – das alles zahlt auf eine sehr negative Umweltbilanz ein. In dieser Diskussion wird leider oft vergessen, was auf der anderen Seite der Erde passiert.“

 


Quellen- und Autorenangaben

Autorin
Christina Petrick-Löhr

Quelle
DIE WELT
Veröffentlichungsdatum: Mittwoch, 22. Mai 2019 (Print)
Link zum Beitrag (online auf welt.de) (Stand: 21.05.2019)

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