08.03.2017Nachricht

MINT-Bildung jetzt stärken

Elfi Scho-Antwerpes, zuständige Berichterstatterin:

Nicht nur für den Industriestandort Deutschland sind die Fächer Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften (MINT) von herausragender Bedeutung. In einer Welt, die zunehmend digitaler und vernetzter wird, müssen Menschen sich souverän und selbstverständlich bewegen können. Dass der MINT-Bildung dabei eine Schlüsselrolle zukommt, ist heute in einem öffentlichen Fachgespräch des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung deutlich geworden.

"In jedem Mädchen oder Jungen steckt ein kleiner Wissenschaftler. Deren Potentiale müssen nur entdeckt, geweckt und nachhaltig gefördert werden, um wahre Goldschätze zu heben. Leider ist die MINT-Bildung in Deutschland bisher allzu stiefmütterlich behandelt worden. Hier ist dringender Nachholbedarf geboten.

Dazu gehört, dass – beginnend in KITAs und Grundschulen – allen Kindern der Spaß an Naturwissenschaft und Technik vermittelt wird. Dass sie als digitale Souveräne mit profundem Wissen über die Möglichkeiten und die Grenzen digitaler Technologien ausgestattet sind. Dies kann und muss sowohl in schulischen als auch außerschulischen Bildungseinrichtungen geschehen. Klar ist: Auf die Qualität kommt es an. Zeitnah gehören allgemeingültige Qualitätsstandards definiert, die alle Perspektiven der MINT-Bildung berücksichtigen und alle maßgeblichen Akteure auf diesem Feld mittragen. Alle Stakeholder haben sich auf eine gemeinsame Reise zu begeben: MINT-Bildung dient der gesamten Gesellschaft.

Dazu gehört selbstredend, dass das pädagogische Personal in die Lage versetzt wird, MINT-Bildung zu vermitteln. Die Aus- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Erzieherinnen und Erzieher muss den Erfordernissen flächendeckend angepasst werden. Das schließt eine dringend benötigte Genderkompetenz ausdrücklich ein. Dass die Ausstattung der Lehr- und Fachräume adäquat zu sein hat, versteht sich von selbst. Der Bildungsforschung kommt ebenfalls eine zentrale Rolle zu, die die Qualität und Wirkung der MINT-Bildung in Deutschland empirisch gesichert aufarbeiten und evaluieren muss."

Quelle: Bundestagsfraktion der SPD, Pressemitteilung vom 08.03.2017