10.10.2022HintergrundDMB+

Solarkataster – Potential eigener Flächen ermitteln

Ein Solarkataster dient der ersten Information zum eigenen Solarpotential. Für eine verlässliche Einschätzung sollte aber anschließend ein Experte zurate gezogen werden.

Wie viel Potential bietet das eigene Grundstück für die Solarenergie? Auf diese Frage geben Solarkataster eine schnelle, erste Antwort.

Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen (KMU) möchten ihre firmeneigenen Dach- oder Freiflächen nutzen, um darauf mithilfe von Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen selbst Strom oder Wärme zu erzeugen und unabhängiger bei der Energieversorgung und damit verbundenen Kosten zu werden. Am Anfang steht allerdings immer die Frage, wie gut sich die entsprechenden Flächen dafür eignen und welches Sonnenpotential auf dem eigenen Grundstück besteht. Eine erste Einschätzung ermöglicht dabei ein Solarkataster (auch Solaratlas genannt). Mittlerweile bietet eine Vielzahl an Ländern, Städten und Kommunen mit einem solchen Solarkataster Privatpersonen und Unternehmen die Möglichkeit, online eine erste Orientierung darüber einzuholen, wie gut sich das eigene Grundstück für Photovoltaik (PV) oder Solarthermie eignet. Auf einer interaktiven Landkarte lässt sich sehen, wie ertragreich eine PV-Anlage oder eine Solarthermieanlage auf einem bestimmten Dach oder einer Freifläche sein könnte. Diese interaktiven Landkarten bieten zusätzlich unterschiedliche Informationen, die beispielsweise ein mögliches finanzielles Einsparpotential, eine Eigenbedarfs-Optimierung, oder einen Ertragsverlust aufgrund von Verschattungseffekten anzeigen können. Häufig kann auch die Wirtschaftlichkeit einer PV- oder Solarthermieanlage über einen Zeitraum von 20 Jahren berechnet werden.  

Um die Bedienung des Solarkatasters zu erleichtern, werden in vielen Fällen FAQ oder passende Erklärvideos zur richtigen Anwendung angeboten. 

Ein Solarkataster dient allerdings nur der ersten Orientierung. Wenn die Planung im weiteren Verlauf konkreter wird, reicht die Nutzung des Solarkatasters nicht aus. Für eine verlässliche Einschätzung sollte dann in jedem Fall fachliche Expertise durch ein entsprechendes Ingenieurbüro herangezogen werden.  

Die folgende Auflistung bietet eine Übersicht relevanter Solarkataster der einzelnen Bundesländer. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.  

Baden-Württemberg: 

Solardachkataster der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg 

Berlin: 

Energieatlas der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe 

Brandenburg: 

Solaratlas der Energieagentur Brandenburg 

Bremen: 

Solarkataster der Bremer Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau 

Hamburg: 

Solaratlas der Hamburger Energiewerke GmbH 

Hessen: 

Solar-Kataster der LandesEnergieAgentur Hessen GmbH 

Niedersachsen: 

Solardachkataster Südniedersachsen der Energieagentur Region Göttingen 

Nordrhein-Westfalen: 

Energieatlas des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen 

Rheinland-Pfalz: 

Solarkataster des Landesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität 

Saarland: 

Geoportal Saarland des Landesministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie 

Sachsen: 

Solarpotenzialkataster der Sächsischen Energieagentur 

Thüringen: 

Solarrechner Thüringen der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur 

 

Hinweis:

In einigen Fällen schließt das Kataster nicht das gesamte Landesgebiet ein, wie beispielsweise in Niedersachsen. Für Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein sind dem DMB keine landesweiten Solarkataster bekannt. Hier empfiehlt es sich daher, auf bestehende, kommunale Solarkataster zuzugreifen. 

Dieser Beitrag ist Teil von Mittelstand WISSEN zum Thema KMU als Prosumer: Mehr Unabhängigkeit bei Strom und Wärme

 

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