29.11.2022Hintergrund

So entlastet die Bundesregierung beim Strom- und Gasverbrauch

Die Bundesregierung hat Maßnahmen beschlossen, um die steigenden Energiekosten für Privathaushalte und Unternehmen abzufedern.

Die Bundesregierung möchte Verbraucher von Gas, Strom und Fernwärme entlasten. Für Gas- und Fernwärmekunden soll es neben einer Preisbremse eine Einmalzahlung im Dezember geben. Die Einzelheiten finden Sie hier im Überblick:

Gaspreisbremse:

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU), deren Jahresverbrauch an Gas weniger als 1.500 Megawattstunden (MWh) beträgt, erhalten ab März 2023 eine Gasmenge in der Höhe von 80 Prozent ihres bisherigen Jahresverbrauchs für 12 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Die Preisbremse wird offiziell erst im März eingeführt, sie soll rückwirkend aber bereits für die Monate Januar und Februar gelten.

Unternehmen, deren Jahresverbrauch an Gas 1.500 MWh übersteigt, erhalten eine Gasmenge in der Höhe von 70 Prozent ihres bisherigen jährlichen Verbrauchs zu einem Preis von 7 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Für diese Verbraucher tritt die Gaspreisbremse bereits ab Januar 2023 in Kraft. Daher erhalten sie im Dezember keine Einmalzahlung.

Fernwärmekunden erhalten 80 Prozent ihres Vorjahresverbrauchs zu einem festen Preis von 9,5 ct/kWh. Auch hier wird die Preisbremse offiziell erst im März eingeführt, rückwirkend soll sie aber ebenfalls für die Monate Januar und Februar gelten.

Die Gaspreisbremse soll bis April 2024 gelten.

Einmalzahlung für Gaskunden:

Um für Privathaushalte und kleinere Unternehmen die Zeit bis zum Inkrafttreten der Gaspreisbremse im März 2023 zu überbrücken, erhalten sie im Dezember eine Einmalzahlung auf ihren Gasverbrauch. Die Höhe dieser Einmalzahlung errechnet sich, indem ein Zwölftel des im September geschätzten Jahresverbrauchs mit dem persönlichen Arbeitspreis für Gas vom 1. Dezember multipliziert wird. Berechnungsgrundlage ist hier somit nicht der tatsächliche Verbrauch, sondern eine Prognose.

Kunden, die Fernwärme nutzen, erhalten ebenfalls eine Einmalzahlung im Dezember. 

Strompreisbremse:

Um Stromkunden von gestiegenen Kosten zu entlasten, führt die Bundesregierung zum 1. März 2023 eine Strompreisbremse ein. Aber auch die Strompreisbremse soll rückwirkend für die Monate Januar und Februar gelten.

Kleinere Unternehmen erhalten eine Strommenge, die 80 Prozent ihres bisherigen jährlichen Verbrauchs entspricht, zu einem Preis von 40 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Industrielle Stromverbraucher hingegen erhalten eine Strommenge, die 70 Prozent ihres bisherigen Jahresverbrauchs entspricht, zu einem Preis von 13 Cent pro Kilowattstunde.

Die Strompreisbremse soll bis April 2024 gelten.

Wie werden die Entlastungen finanziert?

Zur Entlastung der Strom- und Gasverbraucher hat die Bundesregierung im Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) 200 Milliarden Euro bereitgestellt. Ein großer Teil der Strompreisbremse soll außerdem finanziert werden, indem sogenannte Zufallsgewinne bei Stromerzeugern abgeschöpft werden.

Wie ist der aktuelle Umsetzungsstand?

Das Gesetz über die Einmalzahlungen im Dezember trat am 19. November in Kraft. Das Bundeskabinett hat am 25. November die Gesetzentwürfe für die Strom-, Gas und Wärmepreisbremsen beschlossen. Am 1. Dezember berät der Bundestag erstmals über diese Gesetzentwürfe. 

Dieser Beitrag wird laufend an die aktuellsten Entwicklungen angepasst.

 

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