30.09.2019Praxistipp

Finanzierung über Innovationskredit Hessen

Der Innovationskredit Hessen ermöglicht es kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ihre Innovationskraft mit materiellen und immateriellen Investitionen zu stärken. Vor allem die Finanzierung von Digitalisierungsvorhaben sollen den Unternehmen die Optimierung ihrer Arbeitsabläufe, Produkte und Dienstleistungen ermöglichen.

In Kürze

  • Darlehen zur Unterstützung von Digitalisierungsmaßnahmen in Hessen.
  • Antragsberechtigt sind KMU und größere Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern.
  • Erster Schritt ist ein Beratungsgespräch bei der Hausbank und eine anschließende Beantragung der Finanzierung.

Welche Unternehmen können gefördert werden?

Förderfähig sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU), größere Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern, Freiberufler sowie natürliche Personen, die im Begriff sind ein Unternehmen zu übernehmen. Der Unternehmenssitz muss im Bundesland Hessen liegen.

Die wirtschaftliche Tätigkeit darf nicht mit dem Klonen menschlicher Stammzellen sowie dem Handel mit Drogen, Alkohol oder Pornografie bestritten werden.

Ferner muss mindestens eins der folgenden Innovationskriterien erfüllt sein:

  • Investition in innovative Produkte, Dienstleistungen oder Arbeitsprozesse, die mit einem hohen Risiko des Scheiterns verbunden sind.
  • Das Unternehmen ist „schnell wachsend“ und seit Gründung sind weniger als zwölf Geschäftsjahre vergangen.
  • Seit Gründung sind weniger als sieben Jahre vergangen und in einem der letzten drei Geschäftsjahre waren die Forschung & Entwicklungs-Ausgaben (F&E) mit mindestens fünf Prozent in den gesamten Betriebsausgaben vertreten.
  • Der letzte Jahresabschluss kann mindestens 20 Prozent des beantragen Kreditrahmens als F&E-Ausgaben nachweisen.

Die Förderkriterien können im genauen Wortlaut auf der Internetseite der WIBank nachgelesen werden.

Was ist Inhalt des Programms?

Es können prinzipiell materielle und immaterielle Investitionsmaßnahmen förderfähig sein. Unter materiellen Maßnahmen kann man zum Beispiel Investitionen in Hard- und Software verstehen. Immaterielle Ausgaben können in Beratungen und Schulungen des Personals fließen.

Wie hoch ist die Förderquote?

Die Finanzierung kann bis zu 100 Prozent der förderfähigen Ausgaben abdecken. Die Mindestkreditsumme beträgt 100.000 Euro und die Höchstsumme 7,5 Millionen Euro. Bei der Finanzierung von Betriebsmitteln kann die Kreditlaufzeit drei oder fünf Jahre laufen. Sollte die Laufzeit drei Jahre betragen, muss die Finanzierungssumme erst am Ende der Laufzeit zurückgezahlt werden (endfällig). Bei Investitionsfinanzierungen kann die Laufzeit fünf, sieben oder zehn Jahre betragen.

Mit Ausnahme der endfälligen Variante werden die Darlehen vierteljährlich mit gleichhoher Tilgungsrate zurückgezahlt. Bei Darlehen mit einer Laufzeit von fünf, sieben oder zehn Jahren ist ein tilgungsfreies Jahr verpflichtend. Darlehen mit zehn Jahren Laufzeit können sogar mit zwei tilgungsfreien Jahren beantragt werden. Weitere Details zu den Konditionen finden können auf der Internetseite der WIBank abgerufen werden.

Wie erfolgt eine Antragsstellung?

Der Antrag muss von dem Unternehmen bei der Hausbank gestellt werden. Dafür kann ein Vordruck der WIBank genutzt werden. Die Hausbank leitet den Antrag an die WIBank weiter. Die WIBank prüft den Antrag und bewilligt gegebenenfalls das Darlehen inklusive einer Haftungsfreistellung für die Hausbank.

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