Externe Kapitalbereitstellung

durch Gläubiger

Bei Formen der Außenfinanzierung durch Fremdkapital werden einem Unternehmen durch externe Kapitalgeber finanzielle Mittel bereitgestellt. Durch diese Bereitstellung wird wiederum den Kapitalgebern eine Forderungsposition gegenüber dem Unternehmen zugesprochen. Der externe Kapitalgeber wird somit zum Gläubiger des Unternehmens.

Asset Backed Securities - Forderungsbesicherte Wertpapiere

Es wird der gesammelte Forderungsbestand eines Unternehmens an eine Gesellschaft veräußert, die rechtlich selbstständig organisiert ist und eigens für diesen Zweck gegründet wird. Diese (Zweck-) Gesellschaft verbrieft die gesammelten Forderungen zu Wertpapieren und diese werden dann am Kapitalmarkt platziert. Damit erhält das Unternehmen Liquidität, ohne Kontrolle über das Forderungsmanagement zu verlieren.

Crowdfunding

Crowdfinanzierung basiert grundsätzlich darauf, dass eine größere Zahl an Geldgebern Interesse an einem Vorhaben entwickelt und eben diesem individuelle finanzielle Beiträge leisten.

Klassisches Crowdfunding (Reward-Based Crowdfunding): Das klassische Crowdfunding basiert darauf, dass die Geldgeber einen finanziellen Beitrag leisten, den der Geldnehmer durch nichtmonetäre Leistungen nach erfolgreicher Finanzierung "zurückzahlt". Es wird z.B. ein Produkt finanziert, welches nach erfolgreicher Finanzierung und Produktion an die Geldgeber als nichtmonetäre Leistung "ausgezahlt" wird.

Spenden Crowdfunding (Donation-Based Crowdfunding): Beim Crowddonating werden Spenden zusammengetragen, die auf keinen finanziellen oder materiellen Interessen der Spender basieren. Es wird vielmehr aufgrund eines ideellen oder emotionalen Impulses hin gespendet.

Crowdlending

Das Crowdlending ist eine Form von Mikrodarlehen, die oftmals über eine Internetplattform vermittelt werden. Dabei können die Darlehensnehmer sowohl Unternehmen, als auch Selbständige sein. Eine Sicherheit von Seiten des Darlehensnehmers ist in der Regel nicht nötig. Als Gegenleistung erwarten die Darlehensgeber eine verzinste Rückzahlung ihres Anteils.

Factoring

Im Rahmen des Factorings verkauft ein Unternehmen seine Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen gegen seine Kunden fortlaufend an ein Factoringinstitut. Auf diese Weise erhält das Unternehmen sofortige Liquidität aus seinen Außenständen, die durch den Umsatzprozess generiert werden. Factoring dient somit vor allem der Umsatzfinanzierung. 

Förderkredite

Förderkredite werden von nationalen öffentlichen Stellen oder durch die EU subventioniert. Sie sind oftmals durch niedrige Zinssätze sowie durch feste Zinsen über die volle Laufzeit und/oder Phasen ohne Tilgung gekennzeichnet. Weitere Besonderheiten können zum Beispiel in Sondertilgungsrechten bestehen.

Förderprogramme

Förderprogramme bilden in Bereichen, die der Förderträger als besonders förderungsbedürftig einschätzt, die Rahmenverhältnisse, in denen Gelder beantragt werden können.

Kreditversicherungen

Bei einer Kreditversicherung wird zwischen einem Unternehmen und einem Kreditversicherer ein Vertrag geschlossen, der als Grundlage das Ausfallrisiko des Unternehmens als Lieferant absichert. Dabei schätzt der Kreditversicherer das Ausfallrisiko der Kunden des Unternehmens. Daran orientieren sich dann auch die vom Unternehmen zu zahlenden Konditionen.

Leasing

Leasing beschreibt das Verhältnis zwischen Leasinggeber und Leasingnehmer. Dabei beschafft der Leasinggeber ein Objekt und überlässt dem Leasingnehmer dieses gegen ein vertraglich festgelegtes Entgelt zur Nutzung. Dadurch erhält der Leasingnehmer ein Objekt, ohne zu Beginn die vollen Anschaffungskosten tragen zu müssen. Weiterhin kann das Entgelt steuerlich geltend gemacht werden. Dem gegenüber steht die Pflicht des Leasingnehmers, das Objekt instand zu halten.

Lieferanten- und Warenkredite

Hierbei räumt ein Lieferant dem Unternehmen durch Gewährung eines Zahlungsziels für die Begleichung einer Rechnung einen zeitlichen Rahmen ein. 

Für eine Zahlung, die vor Ablauf des Zahlungsziels geleistet wird (Skontofrist), wird oftmals ein Preisnachlass (Skonto) auf den Rechnungsbetrag gewährt.

Mikrofinanzierung

Mikrofinanzierung: Gemäß EU-Definition handelt es sich bei einer Mikrofinanzierung um gewerbliche Finanzierungen, die mit einem Volumen von bis zu 25.000 Euro ausgestattet sind.

Mikrokredite: Als Teil der Mikrofinanzierung werden hier insbesondere kleinvolumige Kredite erfasst, die eine kurze bis mittellange Laufzeit aufweisen.

Mikrodarlehen: Ähnlich den Mikrokrediten, werden auch hier kleinvolumige Kredite erfasst. Jedoch sind diese längerfristig angelegt. Die Unterscheidung zwischen Mikrokrediten und Mikrodarlehen ist dabei fließend.

Situation in Deutschland: Seit 2010 besteht der Mikrokreditfonds Deutschland, auf dessen Basis die Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken (GLS) eG gemeinsam mit dem Deutschen Mikrofinanz-Institut, Mikrokredite an Kleinstunternehmen und Unternehmensneugründungen vergibt. Die Kreditvergabe ist dabei über, als Mikrofinanzinstitut akkreditierte, Mikrofinanzierer organisiert. Diese entscheiden in eigenem Ermessen über die Kreditvergabe und betreuen Kreditnehmer im Anschluss.

Mitarbeiterdarlehen

Die Mitarbeiter geben ihrem Unternehmen als Fremdkapitalgeber ein befristetes Darlehen, welches entweder fest oder gewinnabhängig zum Jahresende verzinst wird. Mit Ablauf des Darlehens, wird dieses zum vereinbarten Nennwert an die Beschäftigten zurückgezahlt. Eine Wertzuwachsbeteiligung am Unternehmen ist dabei nicht enthalten. Dem gegenüber ist jedoch grundsätzlich auch keine Verlustbeteiligung enthalten. Eine Entstehung von Kontroll- und Informationspflichten ist bei Mitarbeiterdarlehen nicht gegeben, solange nichts dergleichen vereinbart worden ist.

Schuldscheindarlehen

Ein Schuldscheindarlehen ist ein Darlehen, das langfristig orientiert ist und über das ein Schuldschein ausgestellt wird. Es werden oftmals kurzfristige Gelder über Kapitalsammelstellen zu langfristigen Darlehen zusammengefasst. Dieses Vorgehen verringert die Kosten bei der Kapitalbeschaffung. Aufgrund der Konstruktion werden diese Darlehen meist nur an Unternehmen mit hervorragender Bonität und zu einem höheren Zinssatz ausgegeben.

Verzinsliche Wertpapiere

Hierbei handelt es sich um einen Sammelbegriff für verschiedene zinstragende beziehungsweise zinsbringende Wertpapiere z.B. Schuldverschreibungen, Anleihen, Rentenpapiere oder Obligationen. Die Verzinsung ist hierbei festgelegt und endet mit der Tilgung durch den festgelegten Rückzahlungskurs. Es wird vom Unternehmen kein Eigenkapital erworben, sondern lediglich Fremdkapital gewährt