30.09.2019Praxistipp

Innovations- und Digitalisierungsgutscheine von Mittelstand.innovativ!

Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) stehen oft vor der Herausforderung Digitalisierungsprozesse ohne Spezialisten im eigenen Unternehmen umsetzen zu müssen. An dieser Stelle setzen die Innovations- und Digitalisierungsgutscheine von Mittelstand.innovativ! an: Mit ihnen soll es KMU erleichtert werden, die digitale Transformation mit einem eigenen innovativen Geschäftsmodell und professioneller Beratung anzugehen.

In Kürze

  • Antragsberechtigt sind Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen mit weniger als 250 Mitarbeitern.
  • Digitalisierungsvorhaben können im Rahmen unterschiedlicher Gutscheinvarianten von Innovation und Digitalisierung umgesetzt werden.
  • Je nach Größe des Unternehmens liegt die Förderquote zwischen 40 Prozent und 70 Prozent bei einem maximalen zuwendungsfähigen Betrag von 10.000 Euro bis 15.000 Euro.
  • Im ersten Schritt wird eine Förderberatung im Vorfeld der Antragsstellung beim Projektträger Jülich in Anspruch genommen.

Welche Unternehmen können gefördert werden?

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern und einem jährlichen Umsatz von maximal 50 Millionen Euro bzw. einer jährlichen Bilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro. Der Sitz des Unternehmens muss in Nordrhein-Westfalen liegen. Die Vergabe von Innovationsgutscheinen ist nicht möglich, wenn die Anteilseigner oder Geschäftsführer der KMU Familienangehörige der Auftragnehmer sind.

Weitere Informationen zu den Rahmenbedingungen der Förderung können auf der Internetseite des Projektträgers abgerufen werden.

Was ist Inhalt des Programms?

Das Programm Mittelstand.innovativ! setzt sich zum Ziel, KMU den Zugang zu Kooperationspartnern in der Wissenschaft und Wirtschaft zu erleichtern, um die Innovationskraft und Wettbewerbungsbedingungen der KMU zu fördern. Im Rahmen von Innovations- und Digitalisierungsgutscheinen können die KMU je nach Gutscheinvariante unterschiedliche Formen von Aufträgen vergeben, die über das Förderprogramm bezuschusst werden. Die Digitalisierungsgutscheine sollen auf dem Weg zur Industrie 4.0 unterstützen, wohingegen die Innovationsgutscheine themenoffen ausgerichtet sind.

Die Innovationsgutscheine unterteilen sich in den Gutschein Beratung (B) für technologische Beratung im Vorfeld der Produktentwicklung und den Gutschein Forschung und Entwicklung (F+E), der auf die Unterstützung bei der Umsetzung von Entwicklungs- und Forschungstätigkeiten abzielt. Die Digitalisierungsgutscheine hingegen umfassen einerseits den Gutschein Analyse und Bewertung (A), der einen Digitalisierungscheck und die Erfassung des Ist-Zustands der IT-Sicherheit beinhaltet. Zum anderen bietet der Gutschein Beratung (B) die Möglichkeit, bereits erfasste Verbesserungspotentiale mit entsprechender Beratung und Fachexpertise umzusetzen. Die Inhalte der Gutscheine der Varianten Innovation und Digitalisierung bauen jeweils aufeinander auf und sind als Förderbausteine zu betrachten.

Innerhalb von zwei Jahren können zwei aufeinander aufbauende Förderbausteine beantragt werden. Eine Beratung zur Einordnung der Vorhaben in die Gutscheinvarianten erfolgt über den Projektträger Jülich.

Wie hoch ist die Förderquote?

Die maximale Förderquote bei den Auftragsvergaben orientiert sich an der Größe des zu fördernden Unternehmens. Für Kleinst- und kleine Unternehmen liegt die maximale Förderquote bei 70 Prozent. Handelt es sich um ein mittleres Unternehmen, so reduziert sich die maximale Förderquote auf 40 Prozent. Die Förderung wird jeweils mit einer Obergrenze beschränkt, auf welche die Förderquote ausgezahlt wird.

Bei dem Innovationsgutschein Beratung (B) und dem Digitalisierungsgutschein Analyse und Bewertung (A) liegt diese Obergrenze bei 10.000 Euro. Im Rahmen des Innovationsgutscheins Forschung und Entwicklung (F+E) sowie dem Digitalisierungsgutschein Beratung (B) können bis zu 15.000 Euro erstattet werden.

Wie erfolgt eine Antragsstellung?

Die Zuständigkeit für die Projektanträge sowie Beratungstermine liegt bei dem Projektträger Jülich. Das Antragsformular kann entweder online oder direkt bei dem Projektträger beantragt werden. Das ausgefüllte Antragsformular muss anschließend elektronisch und postalisch zusammen mit den angehängten Dokumenten bei dem Projektträger Jülich eingehen. Der Bearbeitungszeitraum zur Antragsbewilligung dauert ca. sechs Wochen.

Bei positivem Resultat erhält das Unternehmen den Gutschein, wobei das zu fördernde Projekt innerhalb eines Jahres nach Bewilligung realisiert werden muss.

Die darauffolgende Anforderung der Zuwendungsmittel erfolgt mit Einreichung eines Verwendungsnachweises sowie eines Ausgabenachweises in Form einer Rechnungskopie vom Auftrag.

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