15.10.2018Hintergrund

Hilfestellungen zum Brexit: Wo finden Unternehmer verlässliche Informationen?

Hintergrund:

Am 29. März 2019 tritt das Vereinigte Königreich aus der Europäischen Union aus. Voraussichtlich wird dann zunächst eine Übergangsphase eintreten, während der Großbritannien bis zum 31.12.2020 Mitglied im EU-Binnenmarkt und der europäischen Zollunion bleibt.

Die intensiven Verhandlungen über die vergangenen Tage haben gezeigt, dass es noch einige wesentliche ungeklärte Punkte zwischen den Verhandlungsführern auf britischer und europäischer Seite gibt. Sollte es bei den momentan festgefahrenen Brexit-Verhandlungen zu keiner Einigung zwischen Brüssel und London kommen, droht der „No Deal Brexit“. Damit fiele das Vereinigte Königreich auf die WTO-Handelsstandards zurück und würde damit beim Handel mit EU-Staaten wie ein Drittland behandelt werden. Zölle und eine Vielzahl an anderen Handelshemmnisse wären die Folge.

Schon heute ist klar: früher oder später werden alle Unternehmen, die geschäftlich mit Großbritannien verbunden sind die Auswirkungen des Brexit zu spüren bekommen. Das gilt auch für den Mittelstand. Deshalb sollten sich KMU mit wirtschaftlichen Beziehungen zum Vereinigten Königreich frühzeitig informieren und vorbereiten.

Ob Sie betroffen sind und welche Schritte Sie einleiten sollten, zeigen Ihnen die nachfolgenden Informationen. Darin erfahren Sie alles, was sich durch den Brexit für Unternehmen ändert – von A wie Arbeitserlaubnis bis Z wie Zölle. Der DMB erläutert nachfolgend, wo Sie verlässliche Informationen zum Brexit und seinen Folgen finden:

BMWi – Informationen für Unternehmen

Die PDF-Datei finden Sie hier

Welche Informationen finde Sie dort?

Diese Publikation des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) bietet eine allgemeine Übersicht zum Brexit für Unternehmen. Sie erklärt zunächst den Ablauf des Austrittsverfahrens und stellt anschließend grundlegende Informationen zu den Folgen des Brexits für Unternehmen dar, ohne dabei jedoch speziell auf konkrete Auswirkungen oder einzelne Branchen einzugehen. So werden beispielsweise folgende grundsätzliche Fragen beantwortet:

  • Was bedeutet der Brexit für deutsche Arbeitnehmer im Vereinigten Königreich bzw. britische Arbeitnehmer in Deutschland?
  • Was passiert mit Einlagen auf britischen Konten?
  • Ist mit neuen Kennzeichnungspflichten, Zöllen oder längeren Lieferzeiten zu rechnen?
  • Was ändert sich für Unternehmen mit Sitz/Niederlassung im Vereinigten Königreich?

Fazit:

Diese Publikation bietet sich an, wenn Sie sich einen ersten Überblick über den Brexit und mögliche Auswirkungen für Unternehmen verschaffen wollen. Für mehr Details empfiehlt der DMB die nachfolgenden Checklisten.

IHK Brexit Checkliste – Are you ready for Brexit?

Die Brexit Checkliste finden Sie hier

Welche Informationen finde Sie dort?

Die Brexit Checkliste der Industrie- und Handelskammer (IHK) zeigt Ihnen, was sich für Ihr Unternehmen nach dem britischen EU-Austritt ändert und wo Anpassungsbedarf besteht.

Sie umfasst acht Themenbereiche und bietet Ihnen die Möglichkeit sich speziell über die Änderungen zu informieren, die für Ihre Branche und Ihr Unternehmen relevant sind. Folgende Themen werden von der Checkliste abgedeckt:

  • Warenverkehr
  • Transport
  • Finanzdienstleistungen und Versicherungen
  • Personal und Bildung
  • Verträge
  • Gewerbliche Schutzrechte und Normen
  • Steuern
  • Gesellschaftsrecht
  • Chemikalienverordnung (REACH)

Fazit:

Klicken Sie sich durch die einzelnen Themenbereiche und überprüfen Sie, was Sie bereits erledigt haben und welche Anpassungsprozesse noch ausstehen. Am Ende können Sie Ihre persönliche Brexit-Checkliste erstellen.

BDI/ BDA - 111 Orientierungsfragen für Unternehmer

Die 111 Orientierungsfragen finden Sie hier

Welche Informationen finde Sie dort?

Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) haben gemeinsam einen Leitfaden mit 111 Orientierungsfragen für Unternehmer erarbeitet, der in die folgenden acht Themenbereiche untergliedert ist.

  • Warenhandel
  • Marktzugang und Regulierung
  • Recht und Verträge
  • Steuern und Rechnungslegung
  • Finanzierung
  • Transport und Logistik
  • Datenverkehr und Technologie
  • Mitarbeiter

Fazit:

Anhand der Orientierungsfragen können Sie erkennen, ob die Änderungen in den einzelnen Themenbereichen Ihr Unternehmen betreffen. Anschließend erfahren Sie, welche Anpassungen Sie vornehmen sollten und auf welche Veränderungen Sie sich einstellen müssen.   

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