26.07.2016Nachricht

Recycling von Elektrogeräten - Entsorgung künftig kostenlos, auch online

Kleingeräte wie Rasierer, Föne, oder Handys können Verbraucher nun einfach beim Händler abgeben - auch ohne den Kauf eines neuen Gerätes. Sind die Geräte größer als 25 Zentimetern Kantenlänge, gilt die Rücknahmepflicht nur, wenn gleichzeitig ein ähnliches Gerät gekauft wird.

Auch Onlinehandel muss zurücknehmen
Kleine Elektrogeräte können künftig auch bei Onlinehändlern zurückgegeben werden. Wer sein ausgedientes Radio oder sein altes Handy einem Onlinehändler zurückgeben will, braucht wie bei einer Retoure oder einer Reklamation ein Rücksende-Etikett. Er muss das Gerät verpacken und zu einer Paketannahmestelle bringen. "Wir sind darauf vorbereitet", sagt Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes E-Commerce. Viele Unternehmen hätten Dienstleister mit der Abwicklung beauftragt, etwa die großen Paketdienste.

Beispielsweise kooperiert Amazon bereits mit DHL, dem Paketzusteller der Deutschen Post. Über den Dienst electroreturn können entsprechende Rücksendeetiketten heruntergeladen und ausgedruckt werden. Der Schrott wird dann direkt an das Recyclingunternehmen Alba versandt.

Verschiedene Möglichkeiten für Recycling
Mobilfunkanbieter und kommunale Recyclinghöfe nehmen Altgeräte ebenfalls kostenlos an. In manchen Städten gibt es weitere, einfache Lösungen. Beispielsweise kann wer in Leipzig lebt, seine Elektrokleingeräte einfach in die gelbe Tonne werfen. Oder Leverkusen: Die Stadt setzt seit 2013 auf Container. Darin lassen sich alte Notebooks, defekte Bügeleisen und ausgediente elektrische Zahnbürsten einfach entsorgen. Den gesammelten Schrott verkaufen die Anlagenbetriebe zur Verwertung und Entsorgung von Schrott (AVEA) an Recyclingfirmen.

"Das kommt auch den Bürgern zu Gute", erklärt AVEA-Sprecher Claus-Dieter Steinmetz. Die Erlöse würden dem Gebührenzahler gut geschrieben. Der Elektroschrott geht unter anderem an den Zerlegebetrieb Noex in Grevenbroich. "Wir nehmen die Geräte komplett auseinander und prüfen, was verwertet werden kann", sagt Axel Riemann von der Noex. Das seien immerhin rund drei Viertel des Materials.

Die Stiftung Elektro-Altgeräte-Register (EAR) registriert bundesweit die Übergabestellen und organisiert die Behälterlogistik. Für die Wiederaufarbeitung sind die Hersteller verantwortlich, die wiederum Verträge mit Entsorgungsfirmen geschlossen haben.

Deutschland liegt bei Quoten über Vorgaben

In Deutschland gilt, dass sich Hersteller von Elektronik- und Elektrogeräten bei der Stiftung EAR registrieren lassen müssen. Wer sich nicht registriert, darf keine Neugeräte in Deutschland verkaufen. "Der durchschnittliche Anteil verwerteter Altgeräte liegt mit einer Recyclingquote von 84 Prozent und einer Verwertungsquote von 96 Prozent weit über den europäischen Vorgaben von 65 beziehungsweise 76 Prozent", sagte Hendricks.

Die EU-Staaten hatten sich 2003 im Zuge der sogenannten WEEE-Richtlinie darauf verständigt, die Verwertung von Elektroschrott europaweit zu vereinheitlichen. Bis 2016 sollen mindestens 45 Prozent des anfallenden Elektromülls erfasst und - wenn möglich - wiederverwertet werden. Bis 2019 soll die Quote auf 65 Prozent steigen.

Illegalen Schrottexport verhindern

Jährlich finden mehrere hunderttausend Tonnen Elektroschrott illegal ihren Weg nach Afrika. Häufig geht der Schrott in ärmere Länder, wo die Elektrogeräte meist auf gefährlichen Deponien landen. Um an das wertvolle Kupfer zu kommen, verbrennen dortige Schrottsammler - häufig Kinder - die Elektrokabel auf Müllhalden. Eine Gefahr für Leben und Umwelt.

Dem schiebt das Elektro- und Elektronikgerätegesetz einen Riegel vor. Es stärkt den Zoll dabei, den illegalen Transfer von Altgeräten zu unterbinden. Deutschland reduziere damit seine Verantwortung für Gefahren, die im Zusammenhang mit der Entsorgung von Elektroschrott in Entwicklungsländern entstehen könnten, so Hendricks.

Quelle: Bundesregierung, Pressemitteilung 24.07.2016