13.06.2023Medienpräsenz

WiWo: Mitarbeiter beteiligen, um sie zu binden

 

In der WirtschsWoche-Beilage "Der starke Mittelstand" hat sich Marc S. Tenbieg im Interview zur komplexen Probelmatik des Fachkräftemangels geäußert. Dabei hat er unter anderem den Stand der Dinge in den Unternehmen eingeschätzt und Möglichkeiten aufgezeigt, Mitarbeiter an den Betrieb zu binden.

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Frage: Lassen Sie uns in die Details gehen: Viele bewerten den Fachkräftemangel als das derzeit größte Hemmnis für das Wachstum im Mittelstand. Wie sehen Sie das?
Antwort Marc S. Tenbieg: Natürlich, da ist ein schwarzes Loch entstanden. Das hat mit der Demografie zu tun, aber nicht nur. Es gab Abwanderungen von hoch qualifizierten Beschäftigten – gerade in Mangelberufen – außerhalb, aber auch innerhalb von Europa. Eine ebenso große Herausforderung ist derzeit die ungewisse Lage bezüglich der Energiewende und der Energiepreise. Nicht nur viele energieintensive Unternehmen überlegen sich, wie es weitergeht und ob sie im Land bleiben wollen. Somit gibt es Zukunftssorgen, die nicht nur mit dem Fachkräftemangel zu tun haben. Aber hier konkurrieren Unternehmen untereinander besonders stark. Zum Beispiel hat mir ein Gebäudereiniger kürzlich erzählt, er leide unter Abwerbungen seiner Leute von – Achtung – Krankenhäusern. Sie erhoffen sich in der Pflege klarere Arbeitsstrukturen, sind ortsgebunden, die Löhne sind interessanter. Und es gibt einen Tarifvertrag. Diese Wanderungen zwischen den Branchen sind derzeit intensiviert: Man schaut, wie man sich verändern kann, wohin man weiterziehen kann.  

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Frage: Wie können die Mittelständler ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser binden?
Antwort Marc S. Tenbieg: In den kleinen und mittelständischen Unternehmen treffen nicht Aktionäre unternehmerische Entscheidungen, sondern die Eigentümer. Aber das ändert sich gerade, und zwar genau durch die Frage der Mitarbeiterbindung. Wenn man schon für das Unternehmen lebt und kämpft und Innovationen einbringt, stellt sich irgendwann die Frage: Will man nur eine vertraglich festgelegte Gratifikation bekommen? Eine Prämie, derzeit vielleicht auch versteckt durch die Inflationsausgleichsprämie – übrigens zurecht, denn die Mitarbeitenden brauchen dringend Geld, um ihre höheren Kosten aufzufangen? Oder geht man einen anderen Weg?

Frage: Welchen Weg meinen Sie?
Antwort Marc S. Tenbieg: Jeder Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin ist ja im eigenen Segment irgendwie unternehmerisch tätig, zwar nicht als Selbstständiger, aber sie treiben mit ihrem Einsatz den Betrieb voran. Deshalb halte ich Mitarbeiterbeteiligung für ein sehr probates Mittel, um Fachkräften eine Perspektive zu geben, um sie zu binden und ihnen zu sagen: Wir sind das Unternehmen, und zwar im besten Sinne des Wortes.

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Quellen- und Autorenangaben:

Autor:
Mirko Heinemann

Quelle:
Der starke Mittelstand (WiWo-Beilage) / inpactmedia.com
Das vollständige Interview finden Sie hier.

 

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